Von Charlesville- Mezière zur Schleusentreppe – mit Hindernissen

Das erste Hindernis ist der noch immer mehrfach täglich auftretende strömende Regen. „Il pleut comme vache qui pisse“ habe ich in meinem Französisch Unterricht gelernt, aber ich weiß gar nicht, ob eine Kuh wirklich solche Unmengen pinkeln kann….Zumindest will ich einen der vergessenen Regenschirme zurück erobern: Francis hatte seinen im Restaurant gelassen und konnte ihn am Folgetag nicht abholen, da geschlossen. Meiner liegt im Musée Rimbeau. Dahin gehe ich zuerst – aber: hat wegen Krankheit die nächsten Tage geschlossen, Schirm ade! Weiter gehts zum Restaurant und tatsächlich: der große graue Schirm ist noch da. Prima! So habe ich jetzt anstelle eines Reklameschirms einen richtig guten – zumindest vorübergehend. Zunächst mal für nur ca. 15 Minuten, denn als ich zurück auf dem Boot bin, bin ich ohne Schirm. Kann nicht wahr sein! Kehre um und laufe die verschiedenen Geschäfte ab, in denen ich war. In der Boulangerie (natürlich letzter Versuch) werde ich fündig und auf dem Rückweg freut sich der Schirm über Arbeit :)!

Am späten Nachmittag kommen aus Nürnberg Isabel und Micha, wir essen an der Maas und planen die nächsten Tage. Zum Dessert gibt es Crepe mit Nutella – mir zu süß!

20.5.2026

Früh aufgewacht und alles für die erneute Abfahrt vorbereitet, Ziel ist der Bootsservice in Pont à Bar – den kenne ich ja schon! 17 km und 4 Schleusen weiter kommen wir tropfnass da an – in der letzten Schleuse hat es uns prasselnd erwischt!

Wir werden schon erwartet und uns wurde ein Platz freigehalten! Supernett! Innerhalb kürzester Zeit habe ich (vielleicht) gelernt, wie man den zweiten Kraftstofffilter und den Ölfilter wechselt und das Öl austauscht! Unglaublich schnell und nett sind die hier! Aber was ist mit meinem Motor los? Alle möglichen Teile werden ge und vermessen, ich verstehe eigentlich nur Bahnhof…Zumindest das Relais, welches – wie ich es verstanden habe – den Strom zu den Glühkerzen regelt, ist in Ordnung. Also vielleicht die Kerzen selbst? Micha meint, das hätte er noch nie gehört. Es wird eine ausgebaut, sie ist kohlrabenschwarz und funktioniert im Messgerät NICHT! Ich habe wahrscheinlich immer zu lange vorgeglüht, weil ich dachte: „viel hilft viel!“ Ist leider nicht immer so. Oder es gibt ein übergeordnetes Problem, dass wir hier nicht lösen können. Auf jeden Fall hängen wir hier fest, da die Glühkerzen bestellt werden müssen und erst am Folgetag gegen Mittag eintreffen werden.

mein Motor – das Rätsel!

Am späten Nachmittag fahren wir mit dem Bus nach Sedan, essen Pizza und wollen dann zurück zum Boot. Klappt nicht! Kein Bus mehr, aber auch kein Taxi. Da fährt uns doch tatsächlich der Restaurantbesitzer persönlich! Supernett! Es ist unglaublich, was für positive Erlebnisse ich auf dieser Fahrt mit verschiedenen Menschen habe, kann ich nur von lernen!

21.5.2026

Mal ein gemütliches Frühstück und kein rasche Aufbruch, hat auch was! Ich kaufe noch einen zweiten Kugelfender und alle ehemals zurückgegebenen Kanalführer erneut.

Ansonsten: wir warten! 2 Stunden später warten wir immer noch und weitere 2 Stunden später ist klar, dass die Glüh -kerzen heute nicht mehr kommen. Vielleicht morgen? Vielleicht muss man sie aber auch beim Hersteller bestellen, dann hänge ich hier 5-6 Tage fest …. eine elende Vorstellung. So nett hier alle auch sind, in Pont à Bar gibt es außer einer Hafenkneipe nichts…Die ist zwar urig, aber für eine Woche??? Keine prickelnde Vorstellung! Noch ein kleiner Spaziergang, abends Penne mit Aubergine… auch lecker!

22.5.2026

wir haben uns alle drauf eingestellt in Pont à Bar zu versacken und planen – beim wieder gemütlichen Frühstück – schon diverse Ausflüge in die Umgebung:Verdun oder Reims? Beides ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln schwierig, aber nicht unerreichbar. Immerhin! Beim Spülen und dem noch üblichen Chaos im Salon gibt’s dann die Überraschung: die Glühkerzen sind da – ich könnte sie jetzt auch Glückskerzen nennen! Ruckzuck sind sie eingebaut, noch schnell eine Dusche in einem kleinen Betonhäuschen, Rechnung bezahlt und los geht’s tatsächlich! Juhuu, wir können es kaum glauben! Und das Wetter ist endlich gut! Strahlend blauer Himmel, Sonne, bis zu 30°!

Ziel heute ist Le Chesme, nur ein kleiner Tunnel und vier Schleusen sind zu überwinden… das schaffen wir leicht!

In Le Chesme nichts los – mir fällt seit Givet immer der viele Leerstand auf – wahrscheinlich ziehen die jungen Menschen in die Städte. Aber: es gibt ein Taxiunternehmen und Isabel und Micha bestellen sich für den übernächsten Tag ein Taxi, welches sie zu ihrem Auto zurückbringt. So steht der am Folgetag geplanten Schleusentreppe nichts mehr im Weg. Wir sind gespannt, ob wir die schaffen!

23.5.2026

Wir stehen früh auf, denn wir wollen als erstes Boot in der Schleusentreppe sein…. 28 Schleusen liegen vor uns, davon 26 parallel geschaltet, d.h.: wenn wir die erste ausgelöst haben, werden alle automatisch hintereinander geschaltet. Keine Pause! Das war uns vorher nicht so klar! Nach der fast eisigen Kälte der letzten Wochen ist es jetzt bullig heiß!

Es geht immer abwärts, 3 Mal müssen wir VNF anrufen, weil die Schleuse nicht funktioniert. Aber die kommen immer sehr schnell und wir haben mal eine wenigstens kurze Verschnaufpause :)!

Schleuse Nummer 19!

Nach ziemlich genau 7 Stunden sind wir – recht erschöpft – in Attigny und fühlen uns wie frisch Ausgewählte für das Guiness Buch der Rekorde…Wir liegen idyllisch unter Bäumen, aber es gibt weder die angekündigte Dusche noch Landstrom. Ersteres wird mit frischen Klamotten und Duftwässerchen kompensiert (aus dem Alter: „Wer nicht stinkt, wie ein Tiger, gehört nicht zu uns“ sind wir alle raus…) , letzteres müssen die Solarpaneele regeln.

Zum Kochen zu müde besuchen wir das einzig offene Restaurant und essen bei dieser Hitze Mal wieder Pizza…

Charlesville Mezière

14.5. – 19.5.26

Warten auf die nächsten Mitreisenden und innerhalb von knapp 2 Wochen eigentlich kein Stück weitergekommen…Mücke zum Bahnhof gebracht, Motor ausprobiert – startet beim 3. Versuch, Wasch- und Putztag eingelegt, einen Zirkus besucht, mich über Rimbeau belesen, der hier geboren ist, und dessen Museum besucht. Er hatte eine Weile neben seiner Ehegattin eine Beziehung zu Verlaine – die beiden haben sich so gestritten, dass Verlaine Rimbeau die Hand durchschoß. Das Modell der Pistole ist auch ausgestellt. Anfang 30 hatte Rimbeau keine Lust mehr Lyrik zu verfassen und ging auf Reisen – u.a. in den Jemen und nach Somalia… Er starb sehr früh – laut Internet ist die Todesursache unklar, laut Museum Knochenkrebs. Am Wochenende Besuch von Francis, dem Belgier, den ich im letzten Jahr in Namur kennengelernt habe. Mit ihm nochmal den Motor gescheckt, Batterie fein, einen Filter gewechselt – wow: Motor springt an. Muss alle Filter mal wechseln und auch das Öl …Aber das kriegen wir nicht hin.

Putztag 🙂

Cirque

…hätte ich auch gern jeden Morgen…

Mein Motor – das Rätsel!

Wir versuchen es noch einige Male – der Motor springt immer an und Francis fährt ab. Am nächsten Morgen versuche ich es wieder….erst beim 3. Versuch! Sehr blöde! Morgen kommen Isabel und Micha – dann können wir nach Pont á Bar zur Servicestation fahren. Dort rufe ich an und mache einen Termin aus – alles kein Problem – pas de problème – prima Es ist die letzte Bootsservicestation vor Lyon, wie gut, dass ich in der Nähe bin: nur 17 km und 5 Schleusen entfernt!

Großeinkauf bei Intermarché und per Taxi zurück. Zum Glück helfen mir 2 nette Herren beim Schleppen – ich bedanke mich überschwänglichste!

Ich bin unterwegs nach Süden…

11.5.26

Hatte ja auf der langen Zugfahrt genügend Zeit zu denken – jetzt wieder gen Norden, wo die Schleusen offensichtlich immer offen sind… oder doch wieder gen Süden, wo sie wieder geöffnet sind? Gen Norden? Nein! – kommt eigentlich nicht in Frage…zu lange wollte ich das Mittelmeer erreichen…! Und ein Transport für soooo viel Geld? Auch nicht! Also nochmal umdrehen – meine Cousine fährt ganz schön hin und her 😂…

Nach dem wie immer köstlichen Croissant ordinaire (pas du beurre) Leinen los und Start, aber…Motor startet nicht. Orgelt herum, aber der Funke springt nicht über. Wir warten ein wenig und versuchen es noch einmal – Nichts! So eine Sch….! Motoröl ok, Diesel ok, Batteriespannung zumindest an der Anzeige ok, Kraftstofffilter ohne Wasserabscheidungen, keine Luft beim Entlüftungsversuch, mh! Mein ohnehin diesbezüglich schlechtes Latein ist am Ende! Wieder einmal Micha Weber (Danke!) aber während wir sprechen, springt der Motor an. Allerdings am Landstrom…aber immerhin! Inzwischen ist es 14.00, Starkregen ist angesagt und wir beschließen in Revin zu bleiben und erst am nächsten Tag weiter zu fahren. Mückes Reservetag ist damit weg! Regen kommt natürlich doch nicht und wir unternehmen einen netten Spaziergang durch den Tunnel des Hinweges per Boot. Abends Pizza! Lecker bei dieser Kälte! Die Eisheiligen haben voll zugeschlagen und ich habe vergessen zu erwähnen: in Revin war Glatteis auf dem Boot – nicht schön!..

12.5.26

Wie immer hoffe ich auf die Selbstheilungskräfte 😂… Leider ist das nie eine gute Idee, nur im Voodoo haben Gegenstände Seelen – ob das auch für Motoren gilt, weiß ich allerdings nicht, die gab es noch nicht! Motor springt also wieder nicht an. Der nette Niederländer vom „Blauen Raben“ nebenan checkt nochmal alles durch, findet aber auch nichts. Also Start mit Landstrom – das klappt gut😳! Wir brauchen folglich unbedingt einen Liegeplatz mit Strom und suchen uns Monthermé aus.

Beide finden wir uns mutig! Mücke, weil sie jetzt nach 2 Tagen mit Bodo ohne vorherige Schleusenerfahrung alles an Deck managen muss, ich, weil es das erste Mal ist, dass ich mit einer Bootsunerfahrenen unterwegs bin. Und wir haben mindestens 4 Schleusen vor uns! Meine Cousine entpuppt sich als beste Schleusenfahrerin ever!! Die erste hat einen Hub von 3,80m – bravurös gemeistert, die 2. heißt Ecluse De Ville, wird aber von uns in „Ecluse Devil“ umgetauft. Totale Waschmaschine! Auch diese meistern wir großartig und nach der „Devil“ kann uns nichts mehr schrecken, wir sind DAS Schleusenteam!

Und wir sind so früh in Monthermé, dass wir beschließen weiterzufahren…aber wo gibt´s Strom? Laut Karte in Joigny sur Meuse, etwa 12 km vor der Marina in Charlesville Mezière und nur 2 Schleusen entfernt.

Die vermeintliche Marina entpuppt sich als einfacher Holzanleger für ein einziges Boot, bisher offensichtlich ausschließlich von Gänsen und ihren Hinterlassenschaften frequentiert. Aber ein Stromsockel ist da, also legen wir an. Nach 2 Landleinen erstmal Steg säubern mit Unmengen von Maaswasser – schließlich wollen wir ohne Gänsekacke ein- und aussteigen können. Die Hälfte des Steges überlassen wir den Vögeln und ich erwäge ein entsprechendes Schuld aufzustellen: „Reservée aux oies / for geese only / reserviert für Gänse!“

Nachdem die 4. der probierten Stromdosen funktioniert gehen wir in das sehr kleine Dorf (627 Einwohner/Stand 2023), um den in unserer Karte beschriebenen Laden zu finden. Fast hätten wir diesen trotz Fragens übersehen, denn der Laden ist gleichzeitig Bäckerei, Lebensmittelladen, Post und Café und fungiert als geselliger Treffpunkt der Bewohner:innen.des Ortes. Sehr sympathisch dort! Wir kaufen die Tomaten auf (ansonsten gibt es an Gemüse nur nicht mehr brauchbare Paprikaschoten), und fragen nach Baguette am Folgetag… Aber: da hat der Laden leider geschlossen und uns wird eine Bäckerei in Nouzonville empfohlen. Wir erklären, dass wir auf einem Boot sind und dort nicht so schnell hinkommen. Ah – wir sind „Die auf dem Boot“ – wir waren schon gesichtet worden. und sind „Talk of the evening“….Wann legt hier schon ein Boot an? Einer der Dorfanwesenden bietet uns an, am nächsten Tag Baguette und Croissants zum Boot zu bringen! Wir können es kaum fassen….das ist ja soooo nett und freundlich! Ich frage mich, ob ich das auch für unbekannte Bootsreisende getan hätte – mh! Und nehme mir vor zu Reisenden, die ich in Berlin antreffe, (noch) hilfsbereiter zu sein.

Abends snacken wir Humus, Tomaten und was wir sonst noch so im Kühlschrank finden, sichern mein leider etwas undichtes Fenster vor weiterem Regen und bewundern den Abendhimmel.

könnte hübscher gedeckt sein…
lange konstruiert….
„Red in the night is the sailors delight“….mal schauen, ob´s stimmt!

13.5.26

Mücke geht schon ganz früh spazieren, ich erfreue mich am Kaffee, den sie immer vorbereitet, Ein wahrer Luxus morgens aufzustehen und der Kaffee ist fertig! Werde ich vermissen, bin morgens immer stark verlangsamt und eigentlich erst nach dem obligatorischen Koffein und Volumen blutdruckstabil und ansprechbar :)!

Und dann: pünktlich gegen halb 9 kommt ein sehr alter Mann (wahrscheinlich ein Verwandter des Menschen im Laden) auf den recht glitschigen Steg und bringt tatsächlich Baguette und Croissants🥖 🥐! Wir sind total begeistert! Wie supernett ist das denn!!?? Er hat Deutschland sicher nicht nur im Guten erlebt… Je älter ich werde, desto mehr denke ich, dass Erfahrungen , Geschichte, Familie und Erlerntes jede:n prägen und man/frau sich von ererbten Vorurteilen frei machen kann oder könnte! Dieser alte Mann ist bestimmt über einen Schatten gesprungen!

Es ist unser letzter gemeinsamer Fahrtag, das stimmt uns beide etwas traurig…Und: nur noch 2 Schleusen, wo wir doch gerade so im Schleusenflow sind!!! Wir starten ohne Landstrom – klappt wieder nicht 🥲 , mit Strom klappt es, und fahren dann recht zügig nach Charlesville-Mezière. Mücke ist jetzt ungefähr wieder dort, wo sie eingestiegen ist….hat also eine kleine Rundfahrt unternommen. Ich gewöhne mich langsam daran, dass ich diese Reise zeitlich nicht planen kann – wenn ich Zeit habe, fahre ich ein Stück, wenn nicht, muss das Boot irgendwo warten.

Marina in Charlesville Mezière

Bei der Anmeldung in der Marina bekomme ich eine Adresse von Technikern und beschließe dorthin zu Fuß zu gehen, auf Französisch zu telefonieren ist doch etwas heftig… Also laufe ich mit Google Maps etwas über 1 Stunde zu der angegebenen angeblichen Bootswerkstatt – ist aber für Autos zuständig. Ich erzähle die ganze Motorstory und es wird für mich in Pont-à-Bar angerufen und mir der Hörer in die Hand gedrückt. Also doch telefonieren :). Am anderen Ende der Leitung ist die Frau, bei der ich vor einer Woche die 6 Fender gekauft habe und sie erinnert sich sofort. Sie will sich kümmern! Und tatsächlich: als ich gerade in den Bus für den Rückweg einsteige, werde ich angerufen. Etwas kompliziert gleichzeitig ein Ticket zu kaufen und über den Motor auf französisch zu sprechen – der Busfahrer erinnert mich prompt daran, dass ich nicht „Bonjour“ gesagt habe. Erst als ich ihm erkläre, dass ich nicht soooo gut französisch kann und mich mit einem „Pardon“ entschuldige, wird er freundlicher.

Der Motormensch am anderen Ende der Leitung verspricht eine Lösung und siehe da: nach 10 Minuten ruft er nochmal an und sagt, dass in einer Stunde ein Restaurantbesitzer und sein Techniker kommen. Da muss ich mich ja schon beeilen!

Tatsächlich: pünktlichst nach exakt einer Stunde kommt der Besitzer eines Restaurantschiffes (La Bohème) und sein etwas mißmutig schauender Techniker samt Strommessgerät und Batterie vorbei. Aber – wie es immer so ist – Motor springt sofort an :). Dass es die Batterie ist, glauben die beiden nicht – ich auch nicht, aber eigentlich ist das ja nur ein Glaube… Die beiden gehen wieder, das Problem ist aber nicht behoben.

Letztes Abendessen mit Mücke und lange gequatscht – sehr schade, dass sie morgen abfährt.

Frust! Und Zurück!

6.5.26

Nach unseren Kartenstudien brechen wir vergnügt auf – der Ardennenkanal ist die Alternative und hat sogar 21 Schleusen weniger gen Süden :). Statt Verdun also gen Reims – eine Kathedrale, in der mehr als 1000 Jahre die französischen Kaiser gekrönt wurden, gucke ich mir sowieso lieber an, als ehemalige Schlachtfelder.

Bereits die erste Schleuse (von 44) ist kaputt und die Menschen der VNF (Voies navigables de France) müssen helfen und die Schleuse manuell bedienen, 2. Schleuse auch kaputt – ich rufe VNF an und erfahre, dass alle 44 Schleusen ein technisches Problem haben – unklar, wie lange. ENDE!!! Ich habe überhaupt keine Lust mehr auch nur einen Meter weiter zu denken, geschweige denn zu fahren. Wir drehen um! Ich will zurück und das Boot transportieren lassen – durch Frankreich komme ich so doch NIE!

Wir drehen, passieren Schleuse 1 (wieder mit VNF) und fahren bis Charlesville Mezière zurück. Der Hafenmeister in Maastricht will mir einen Liegeplatz besorgen und ich hole bereits Transportangebote ein. Vorher vielleicht noch ein Trip gen Amsterdam? Ich rede mir alles schön um den Frust nicht ganz hochkommen zu lassen… Abends nettes Essen mit meiner Cousine,Mücke (ihr Name in der Familie, eigentlich Susanne), Elke, ihrer Partnerin, und Vali, einer gemeinsamen Freundin.

7.5.26

Platz in Maastricht klappt, erste Angebote trudeln für den Transport von Mawi ein. Puh!!! Sehr teuer!!

Die Maas mit dem Strom zu fahren ist schnell – wir fahren zum Teil mehr als 7 Knoten. 40 km und 7 Schleusen (in denen Bodo meine Cousine anlernt)s päter, kommen wir in Revin an und Bodo wird gebührend verabschiedet – er muss zurück nach Berlin. Der Platz in Revin ist superschön, die Anlage incl. Park und sehr sauberen Sanitäreinrichtungen gefällt. Hinter uns liegt der „Blaue Rabe“ – ein sehr netter Niederländer an Bord. Wir checken bei einer ebenfalls supernetten Französin ein für 4 Nächte, denn ich will ab morgen meine Freundin Isabel zum 70. Geburtstag in Nürnberg besuchen.

Abends wollen wir eigentlich kochen…aber unser Nachbar kommt beladen mit Tüten vorbei und schwärmt von Frittes…Wir sind spontan und gehen auch zu der Bude….die Saucenauswahl ist beträchtlich:

8.5.26 – 10.5.26

Per Zug nach Stuttgart zu meinem Freund Heinz, am nächsten Tag nach Nürnberg und ein tolles Fest zu Isabels 70. Geburtstag gefeiert, Übernachtung im Hotel, kochend heiß geduscht (endlich mal nicht lau) und 10 Stunden in 7 Zügen zurück zum Boot. Pünktlich auf die Minute (französische Eisenbahn) wieder in Revin. Mücke konnte kaum fassen, dass ich so pünktlich wieder an Bord bin. Und: die Schleusen im Ardennenkanal sind wieder offen… doch gen Süden?

Croissants und Fender – von beidem viel :)

Sonntag, 3.5.26

In Frankreich sind Croissants ein Muß, finde ich! 350 kcal, ungesunder heller Teig – aber köstlich! Also verlassen wir am frühen Morgen das immer noch vor der Autobrücke romantisch festgemachte Boot und gehen in eine Boulangerie. Bepackt mit 2 Tüten – Baguette muss es schließlich auch sein – legen wir kurze Zeit später ab: Ziel: Charlesville Meziere, Alternative falls wir das nicht schaffen: Montherme. Direkt hinter Givet Schleuse und Tunnel (s.o.), 3. Schleuse kaputt – halbe Stunde Reparaturzeit. Alles klar: es wird Montherme! Leider letzte Schleuse des Tages kurz vor Ziel nicht in der Karte unter ihrem Namen verzeichnet – die haben wir übersehen und sind zu spät dort angekommen – 18.15 keine Chance (Schleusenöffnungszeiten 9.00 – 18.00). Anleger direkt vor der Schleuse in der Pampa, Essen an Bord.

Montag, 4.4.26

Keine Croissants weit und breit! Aber auf die Minute genau schaltet die Schleuse ihr rotes Licht an und ich laufe mit der Fernbedienung ein Stück zurück, um sie zu bedienen. An Montherme vorbei weiter nach Charleville Mezière in eine richtige Marina, wow! Mit Einfahrt, Anmeldung, Sanitärhäuschen, Strom und allem drum und dran! Unseren Platz können wir aussuchen, es gibt nur 7 Boote obwohl Platz für 88 ist. Aber irgendwie hat die Saison noch nicht richtig angefangen! Wir gehen einkaufen – auch Croissants – und fahren mit Taxi zurück an Bord wegen der vielen Wassersixpacks…

Anschließend Ortsbesichtigung und Fisch zum Dinner.

Dienstag, 5.5.2026

Heute kommt meine Cousine! Sie will noch 2 Tage von Bodo lernen, was so zu tun ist beim An/Ablegen und in Schleusen und dann noch ein bißchen mit mir weiterfahren. Ich freue mich schon, denn so gut kennen wir uns gar nicht. Zeit, dies nachzuholen! Ihre Partnerin und eine gemeinsame Freundin bringen sie zum Boot und machen dann einen Roadtrip… mehr oder weniger parallel zu uns. Treffpunkt ist Pont-à-Bar am Beginn des Ardennenkanals, denn dort ist eine Servicestation. Nicht nur Diesel gibt es dort, sondern auch einen Bootsshop! Finde ich großartig! Außer Mawi haben alle Boote, die wir sehen (sind nicht so viele, aber immerhin…) gefühlt 1777 Fender, auf jeden Fall aber 5 – 6 pro Seite. Ich besitze nur 5 Fender insgesamt und in den Schleusen wird immer leicht hektisch umgehängt. Weicht das Heck dann doch einmal aus und droht an der gegenüberliegenden Schleusenwand anzuecken, bekomme ich jedes Mal Streß! Und das will ich ändern!

Aber erstmal werden wir in der letzten Schleuse vor unserem Ziel beobachtet – meine Cousine ist schon da und winkt uns fröhlich zu! Und fotografiert!

Das finde ich so nett, dass ich erstmal an der Tankstelle vorbeifahre und dann im engen Kanal wenden muss – klappt inzwischen recht gut, aber ich bin doch jedes Mal froh, wenn ich es geschafft habe.

Nach großem Hallo 102 Liter Diesel getankt, dann in den Shop, der tatsächlich einer der einzigen auf dem Weg gen Süden ist… 6 Fender! erstanden und direkt aufgehängt: jetzt können die Schleusen kommen! Wir müssen nichts mehr jeweils auf den Seiten verändern (waren sowieso die einzigen, die das so gemacht haben – die Frau im Laden guckte mich völlig verständnislos an, als ich vom Umhängen sprach und dass dies schnell gehen müsse….)

Noch ein wenig mit der Besitzerin des Shops weiter geplaudert: Hauptroute gen Süden bei Commercie bis auf weiteres GESPERRT !!! Es kann einfach nicht wahr sein!!!!!!!!!!!!!!!

Wegen inzwischen einsetzendem strömenden Regens bleiben wir an Ort und Stelle und wollen nach dem erneuten Schreck die Karten studieren, dies natürlich am besten bei einem Willkommensaperitif in der Hafenkneipe!

Les Voies navigables de France – Tunnel und Schleusen

Vor ersteren habe ich eine regelrecht Angst – mag ich doch schon im Auto keine Tunnel und würde nie im Leben Höhlen erforschen. Letztere hingegen stellte ich mir romantisch und kontemplativ vor. Keine Schleusenwärter:innen, die mich stressen, kein Wellenschlag von Frachtern, nein: ich kann entscheiden, wann das Wasser hochsteigt oder sinkt…In meiner Vorstellung war dies ein entspannender Vorgang – ich schwebe in meinem Boot gemütlich nach oben oder unten, kann dabei meinen Gedanken nachgehen oder die Landschaft bewundern.. – und das mehr als 200 Mal!!!

Aber erstmal die Tunnel… Von denen gibt es nicht so viele, aber direkt der erste hinter Givet ist mit ca. 600 m der längste. Unbeleuchtet, am Ein – und Ausgang eine Schleuse, kalte Felswände, 4,50 – 5 m breit, also wenig Platz. Nach oben ca. 20 cm – in Erwartung des Tages hatte ich schlecht geschlafen und mich in eine mäßige Tunnelphobie hineingesteigert. Also lasse ich Bodo steuern – er findet Tunnel kein Problem! Ich greife mir unseren Scheinwerfer und beleuchte die Steuerbordseite. 2 Knoten Fahrt sind erlaubt und nach knappen 8 Minuten erreichen wir mit nur einer Fender-Fels-Berührung sicher die andere Seite. War viel weniger schlimm als erwartet!

sieht auf dem Bild viel kürzer aus….

Anders die Schleusen! Schon bald kommt die erste automatische dieser Art und wir spotten das Kästchen (wird in den Folgetagen das! Zauberwort…“wo ist das Kästchen?“ „Hast Du das Kästchen gesehen?“), welchen auf Aufforderung durch die Fernbedienung die Schleusen in Gang setzt.

Oben geht dann eine Lampe an, am Schleusentor springt eine Art Ampel von Rot auf Grün-Rot, wir müssen auf reines Grün warten und herumdümpeln bis wir einfahren dürfen. Im Moment geht es gegen den Strom, also schleusen wir immer hoch. Nach der Einfahrt wird nach dem Festmachen und Verrücken der Fender (wir haben nur 5 😥 das ist eindeutig zu wenig – die Kammer ist nur 4m breit, Mawi hat also nur 37,5 cm pro Seite bei der Einfahrt) ein blauer Stab hochgedrückt und dann schließt sich mit lautem Gebimmel das Tor. Das Schleusen beginnt, wie ich mir vorgestellt habe – langsam sickert Wasser in die Kammer und wir werden seicht angehoben. Plötzlich aber verändert sich das Geräusch, es wird etwas lauter und dann macht es „WUSCH!“ Wasserfallartig stürzt das Wasser in die Schleuse und wir befinden uns in einer Art Waschmaschine. Nix mit kontemplativer Landschaftsschau – wir haben alle Hände voll zu tun!

in Wirklichkeit krasser, aber da konnte ich nicht fotografieren 🙂

In den folgenden Schleusen stellen wir fest, dass die erste keine Ausnahme war: es ist immer so! Nur unsere Strategie wird besser. Nach dem paralytischen Starren auf das Schleusentor, wann denn wohl der Wasserstrudel kommt, stelle ich fest, dass es besser ist gar nicht hinzuschauen, das Wasser kommt ja eh…

Givet

Sowohl die ADAC Skipper App wie auch die Frage an KI hatten die Marina in Givet besonders angepriesen und wir nähern uns voller Vorfreude dem ersten französischen Stop! Baguette, Pain au Chocolat, Croissants und andere Köstlichkeiten, eine warme Dusche und ein Liegeplatz mit netten Menschen schweben mir so vor. Auch auf der Karte ist die Marina mit dem Zeichen eines kleinen Segelschiffs ⛵️eingetragen. Letzteres kreuzen wir gegen 17.00, aber da ist NICHTS! Bodo kann es überhaupt nicht glauben und checkt mehrfach Kurs und Karte – aber auf der Maas kann man/frau sich ja eigentlich nicht verfahren… Eine halbe Stunde fahren wir Kurven, um letztlich festzustellen: Marina ausgeträumt. Wir legen vor einer Brücke an (immerhin gibt es dort Schilder, die Port de Commerce und Port de Plaisance markieren) und sind weit und breit das einzige Schiff. Außerdem am Himmel dunkle Wolken und Unwetterwarnung – also erstmal an Bord geblieben. Habe ich mir anders vorgestellt unsere Ankunft in La France… Aber: Unwetter zieht vorbei und wir investieren die gesparten Marinagebühren in Boeuf und Meeresfrüchte Cassoulette :).

Givet hat offensichtlich einen ordentlichen Bevölkerungsverlust, wie wir am nächsten Morgen feststellen – viel ist leer und kaputt, nur die Zwerge haben die Stellung gehalten:

und die Fußgängermännchen:

Bald in Frankreich!

Mittwoch 30.4.26

1. Telefonat mit Herrn Schwarz aus Greifswald wegen des AIS – Backskiste ausgeräumt und hineingekrabbelt – auch nicht meine Lieblingsbeschäftigung! AIS-Gerät lokalisiert: leuchtet grün, also Strom ist drin, Kabel ist auch dran!

Nach Huy am Fluss entlang gewandert, auf dem Platz Kaffee getrunken, Croissants leider ausverkauft. Dann die Kathedrale Notre Dame de Huy (1377 heutiger Chor eingeweiht) besichtigt: großartig!

Ablegemanöver wieder bei viel Wind, eine Leine und der dicke Fender landen im Wasser, aber Bodo fischt nach erneutem Anlegen beides heroisch wieder raus. Dann gen Namur! Leider die 3. Schleuse bei unserer Ankunft schon zu, sodass wir am Stadtanleger festmachen müssen. Schade, hätte gern in Port d´Amée den Mann mit der Katze wieder getroffen.

Donnerstag 1.5.26

Erneutes Telefonat mit Herrn Schwarz – diesmal nur am Plotter. Leider weiterhin kein AIS! Wir verabreden für Mitte Mai einen Videochat- dann muss ich die Backskiste wieder ausräumen und eine Verschalung vor dem ganzen Kabelsalat abschrauben…mal schauen…. Maas und Kanäle sind sehr schiffsleer – auf der Rhone möchte ich das AIS auf jeden Fall haben! Immerhin Bilge pulvertrocken – ein Lichtblick!

Nach leckerem Müsli Start nach Waulsort – 7 Schleusen bei feinstem Wetter . Die ersten 2 Schleusen sind so entspannt, dass ich ebenfalls entspanne, aber es kommt dann ja die dritte….und die sieht so aus:

Der Schleusenwärter hatte uns hinter den Frachter gelockt, Abstand zu einem Ausleger des Frachters etwa 1,50m, Adrenalin pur! Dauernd etwas Rückwärtsgang – Stress!

Dafür die Landschaft danach umso schöner, grün strahlende Ardennen in Supersonne! Ankunft Waulsort gegen 18.30 und noch eine lange Runde in den Ort gelaufen. Das Boot des Belgiers Francis (letztes Jahr in Namur kennengelernt) sollte hier sein, ist aber nicht da.

Freitag, 2.5.26

Morgens gemütlich – Wäsche gewaschen und während des Trockenes mit der einzig handbetriebenen Fähre der Maas auf die andere Seite gefahren. Der Ort ist winzig und schnell besichtigt, noch ein Snack an der Maas und zurück mit dem an California Sunny Boy erinnernden Fährmann. Wäsche eingesammelt und gegen 14.15 los. Bald sind wir in Frankreich!

Die 2. Schleuse ist die Entscheidende! Ich steige nach dem Bootsaufstieg aus, registriere Mawi und mich und nehme eine Fernbedienung für die automatischen Schleusen Frankreichs entgegen. Nur die folgenden 2 sind noch mit einer Person besetzt, danach ist alles automatisiert.Wir sind gespannt! Noch weiteren 3 km und dann überfährt Mawi auf dem Plotter tatsächlich die Grenzlinie – auf der Maas sichtbar ist sie nicht. Es ist geschafft: ich bin in Frankreich und muss „nur“ noch gen Süden zum Meer.

Schöpfanien

den nächsten Tag, (So 26.4.) , wollte ich dem Putzen widmen. Es soll ja Menschen geben, die aus dem Putzen eine besondere innere Befriedigung ziehen – die Putzianer… Ich gehöre eindeutig nicht dazu! Ich sehe Putzen eher als das kleinere Übel: im Dreck leben oder sauber machen…und ein Boot ist nach dem Winter wirklich alles andere als sauber!

Aber erstmal Kaffee – ohne den geht gar nichts! Dann Bilge schauen- über Nacht haben sich wieder 2 – 3 cm angesammelt und Guido Willems Bootsservice hat sich noch nicht gemeldet. Ich bitte den Hafenmeister ihn anzurufen und sofort geht er ran. Super! Er kommt am nächsten Morgen um 8.00. Also muss ich mich um die Bilge nicht mehr kümmern, sondern kann nach meinem Frühstück Putzianerin spielen.

Ich hole das ganze Zubehör aus der Steuerbordkiste : Lappen, Schrubber, Schmierseife, Papier, trockene Lappen und diverse Bürsten, dann den am Steg angebrachten Schlauch. Den lasse ich an, muss ja alles auch wieder abgespült werden… Ich fange mit dem Antislipbereich auf dem Vorschiff an – bin akribischer, als ich dachte, aber nicht oberperfekt. Muss halt fürs Auge reichen :). Brauche noch eine kleinere Bürste und gehe zum Cockpit… Was ist das denn?

Das Cockpit hat sich in einen Swimming Pool verwandelt. Gäste des Schwimmbads sind meine weißen Turnschuhe, die Pütz (Eimer) mit diversen Gegenständen, die Fahne , ein Schwamm (kann am besten schwimmen!) und 2 lange Leinen. Das Wasser steht so hoch, dass es fast in den Innenraum des Bootes fließt. Eigentlich könnte ich heulen, statt dessen wechsele ich meinen momentanen Ort von Putzingen nach Schöpfungen und schöpfe – mal wieder!

Diesmal ist die Ursache schnell gefunden: zwar hatte ich alle Ventile aufgemacht, aber durch Schlamm und Blätter verstopfte Abflüsse nicht bedacht – Lernkurve steigt! Am Ende ist das Cockpit sauberer denn je.

Nachmittags kommt Bodo an und hilft bei weiteren Tätigkeiten, wunderbar. Abends essen in einem Campingplatzbistro direkt an der Maas bei Sonnenuntergang – das Wetter ist ein Traum, nur nachts ist es noch recht frisch.

Montag, 27.4.26

Pünktlichst kommt der Bootsservice und zieht die Schläuche der neu eingebauten Toilette dicht. Jetzt geht sie und tropft nicht mehr in die Bilge…juchuh!

Noch ein paar weitere kleine Arbeiten, dann zur Fuß nach Maastricht, denn es ist Konigsdag. Alle feiern den Geburtstag des Königs Willem Alexander, sind orange angezogen oder wehen mit orangen Wimpeln. Ich habe mich im Outfit leicht angepasst:

Dienstag, 28.4.26

Nach Betanken des neu erworbenen Kanisters (habe jetzt 60l Diesel Reserve bei mir) gegen 12 Uhr gen Liège gestartet, es geht also jetzt wahrhaftig los gen Süden und Meer – auch wenn das noch eine Weile dauert. Viel Wind, aber Sonne!!!! Und schnell gemerkt: wir können die Frachter nicht sehen, das AIS funktioniert nach der Winterpause nicht mehr! Sehr blöd – schon wieder eine Komplikation!

Nach einer blöden Schleuse mit viel Schwell und Wind Ankunft Lüttich 16.00. Enger Hafen, aber den kannte ich ja vom Vorjahr. Versuch einen Techniker oder eine Technikerin für das AIS zu finden – mißlungen! Essen in einer netten Brasserie.

Mittwoch 29.4.26

Weiter gen Huy (nach langen taktischen Überlegungen wie bei sooo viel Wind das Ablegenanöver am besten zu gestalten sei, um es dann schließlich doch ganz anders zu machen) eigentlich keine große Entfernung, aber der erste Schleusenwart lässt und 3!!! Stunden warten und schleust sogar einmal leer….Ein A….. Viel Wind und beim 2. Warteanlegemanöver Schleusenbrett an einem Vorsprung verhakt und geborsten. Brauche also bis zur Rhone ein neues Schleusenbrett und mein AIS repariert. Immerhin hat die Bilge nur noch ein bißchen (hoffentlich) Restwasser ….

Ankunft Huy erst 19.30, Anlegen in schmaler Lücke gelingt zu meiner Freude. An der Capitanerie ist ein superleckeres belgisches Restaurant und wir verschieben das erste Kochen noch einmal. Aber: ausgebucht!

entlang des Weges: „Widerstand beweist, dass Du existierst!

Schleusenkunst

Wieder an Bord! Endlich!

Gestern bin ich in Aachen angekommen und habe nach einem kurzen Kaffee mit meiner Freundin Doris den Supermarkt gestürmt. Hochbeladen diesen wieder verlassen, alles in den Kofferraum und heute haben sie und ihr Mann Gerd mich zu Mawi gebracht: strahlender Sonnenschein! Also ein guter Einstieg! Einkäufe, Wasser ohne Ende und Gepäck an Bord gehievt, kurz gemeinsam in der Sonne gesessen dann mussten die beiden zurück nach Aachen. An Bord: innen Chaos, außen Dreck! Egal! Für heute habe ich mir die Inneneinrichtung vorgenommen, morgen wird das Äußere mithilfe eines Schrubbers gehübscht.

Also erstmal innen: gefühlt alle Teile von A nach B, dann nach C und dann wieder nach A geräumt und – siehe da – nach einiger Zeit kann ich mich im Innenraum wieder bewegen. Proviant ist im Kühlschrank, Getränke sind unter den Bänken verstaut, Bett ist gemacht und die schönen bunten Kelimkissen leuchten auf leer geräumten Banksofas, sogar die Bücher stehen in Reih und Glied im Regal. Fein, ich fange an, mich wieder wohl zu fühlen! Allerdings ist meine Hand (die noch nicht so richtig gut funktioniert) ziemlich angestrengt. Nur noch schnell in die Bilge (tiefster Punkt eines Bootes) gucken, dann eine wohlverdiente Pause!

Aber was für ein Schreck! Die Bilge ist so voller Wasser, dass es an ein Wunder grenzt, dass der Innenraum verschont geblieben ist. Bis zum Rande steht Wasser! – was für ein Glück, dass ich heute angekommen bin und auch direkt geschaut habe! Soviel Wasser hat es noch nie gegeben! Ich betätige die Pumpe, aber die scheint gar nicht zu funktionieren (lerne später, dass sie es doch tut, es war nur so viel Wasser in der Bilge, dass es am Anfang immer wieder nachlief und der Pumpeffekt nicht sichtbar war. Also Schöpfen! 18 Eimer !!! geschöpft und nach oben getragen – da muss die Hand jetzt durch (mag sie nicht und die Finger nehmen recht rasch eine Würstchenform an)! Dann mit Bilgenpumpe und Schwamm den Rest erledigt …Wo kommt nur das viele Wasser her ?

Etwas peinlich schon an Tag 1 an Bord Micha Weber (zur Erinnerung: mein Freund, Segellehrer und Bootslexikon) zu fragen, aber was soll ich tun? Der hat Vorschläge: Wassertank? Nein, den hatte ich geleert. Stoffbuchse? Vielleicht : unter der Welle im Motorenraum ist leichte Feuchtigkeit. Allerdings war die Stoffbuchse neu. Boiler nicht entleert? Nein, hatte ich nicht, Boot war aber nicht an Land. Oder durch den Einbau der neuen Toilette? Eigentlich halte ich diese Lösung für die wahrscheinlichste, aber dann dürfte nach der Trocknung der Bilge das Wasser nicht mehr nachlaufen. Tut es aber! Zumindest noch eine kleine Weile. Ich wische unter Gestöhne und Gefluche die Bilge erneut trocken und beschließe, morgen wieder hinein zu gucken. Gehe erst mal Schmierseife kaufen, um der Grünalgen demnächst ein wenig auf die Pelle zu rücken….Kaum bin ich wieder an Bord: klar gucke ich nochmal in die Bilge! Gar nicht so schlecht: bisher kein weiteres Wasser, auch nicht, als ich ein paar Liter in den Wassertank fülle und die Seeventile der Wasserkräne öffne. Immerhin! Ich schöpfe… diesmal Hoffnung :)!

Also bis morgen abwarten. Ich finde als Bootsbesitzerin braucht es eine gehörige Portion Bootsresilienz:

Immer ist was, immer ist was, immer ist was! 🤷🏻‍♀️🤷🏻‍♀️🤷🏻‍♀️🤷🏻‍♀️🤷🏻‍♀️🤷🏻‍♀️🤷🏻‍♀️🤷🏻‍♀️🤷🏻‍♀️🤷🏻‍♀️🤷🏻‍♀️🤷🏻‍♀️🤷🏻‍♀️🤷🏻‍♀️🤷🏻‍♀️🤷🏻‍♀️🤷🏻‍♀️🤷🏻‍♀️