Gestern bin ich in Aachen angekommen und habe nach einem kurzen Kaffee mit meiner Freundin Doris den Supermarkt gestürmt. Hochbeladen diesen wieder verlassen, alles in den Kofferraum und heute haben sie und ihr Mann Gerd mich zu Mawi gebracht: strahlender Sonnenschein! Also ein guter Einstieg! Einkäufe, Wasser ohne Ende und Gepäck an Bord gehievt, kurz gemeinsam in der Sonne gesessen dann mussten die beiden zurück nach Aachen. An Bord: innen Chaos, außen Dreck! Egal! Für heute habe ich mir die Inneneinrichtung vorgenommen, morgen wird das Äußere mithilfe eines Schrubbers gehübscht.
Also erstmal innen: gefühlt alle Teile von A nach B, dann nach C und dann wieder nach A geräumt und – siehe da – nach einiger Zeit kann ich mich im Innenraum wieder bewegen. Proviant ist im Kühlschrank, Getränke sind unter den Bänken verstaut, Bett ist gemacht und die schönen bunten Kelimkissen leuchten auf leer geräumten Banksofas, sogar die Bücher stehen in Reih und Glied im Regal. Fein, ich fange an, mich wieder wohl zu fühlen! Allerdings ist meine Hand (die noch nicht so richtig gut funktioniert) ziemlich angestrengt. Nur noch schnell in die Bilge (tiefster Punkt eines Bootes) gucken, dann eine wohlverdiente Pause!
Aber was für ein Schreck! Die Bilge ist so voller Wasser, dass es an ein Wunder grenzt, dass der Innenraum verschont geblieben ist. Bis zum Rande steht Wasser! – was für ein Glück, dass ich heute angekommen bin und auch direkt geschaut habe! Soviel Wasser hat es noch nie gegeben! Ich betätige die Pumpe, aber die scheint gar nicht zu funktionieren (lerne später, dass sie es doch tut, es war nur so viel Wasser in der Bilge, dass es am Anfang immer wieder nachlief und der Pumpeffekt nicht sichtbar war. Also Schöpfen! 18 Eimer !!! geschöpft und nach oben getragen – da muss die Hand jetzt durch (mag sie nicht und die Finger nehmen recht rasch eine Würstchenform an)! Dann mit Bilgenpumpe und Schwamm den Rest erledigt …Wo kommt nur das viele Wasser her ?
Etwas peinlich schon an Tag 1 an Bord Micha Weber (zur Erinnerung: mein Freund, Segellehrer und Bootslexikon) zu fragen, aber was soll ich tun? Der hat Vorschläge: Wassertank? Nein, den hatte ich geleert. Stoffbuchse? Vielleicht : unter der Welle im Motorenraum ist leichte Feuchtigkeit. Allerdings war die Stoffbuchse neu. Boiler nicht entleert? Nein, hatte ich nicht, Boot war aber nicht an Land. Oder durch den Einbau der neuen Toilette? Eigentlich halte ich diese Lösung für die wahrscheinlichste, aber dann dürfte nach der Trocknung der Bilge das Wasser nicht mehr nachlaufen. Tut es aber! Zumindest noch eine kleine Weile. Ich wische unter Gestöhne und Gefluche die Bilge erneut trocken und beschließe, morgen wieder hinein zu gucken. Gehe erst mal Schmierseife kaufen, um der Grünalgen demnächst ein wenig auf die Pelle zu rücken….Kaum bin ich wieder an Bord: klar gucke ich nochmal in die Bilge! Gar nicht so schlecht: bisher kein weiteres Wasser, auch nicht, als ich ein paar Liter in den Wassertank fülle und die Seeventile der Wasserkräne öffne. Immerhin! Ich schöpfe… diesmal Hoffnung :)!
Also bis morgen abwarten. Ich finde als Bootsbesitzerin braucht es eine gehörige Portion Bootsresilienz:
Immer ist was, immer ist was, immer ist was! 🤷🏻♀️🤷🏻♀️🤷🏻♀️🤷🏻♀️🤷🏻♀️🤷🏻♀️🤷🏻♀️🤷🏻♀️🤷🏻♀️🤷🏻♀️🤷🏻♀️🤷🏻♀️🤷🏻♀️🤷🏻♀️🤷🏻♀️🤷🏻♀️🤷🏻♀️🤷🏻♀️