Ausflüge auf Tahiti

Neben Waschen, Weiterreise organisieren und solchen Dingen habe ich zwei schöne Ausflüge gemacht, beide mit Patrick und Eve, Angehörige der „groupe revolutionaire“ aus Frankreich.

Einen Tag lang auf einem Katamaran nach Tetiaroa, einem Naturschutzgebiet im Besitz der Nachkommen Marlon Brandos. Mehrere Inselchen, die im Wasser watend umrundet werden dürfen, unglaubliche Blau- und Türkistöne und totales Südseefeeling! Erste Herausforderung allerdings mit dem Beiboot über das Riff zu kommen….dann noch ein kleiner Spaziergang durchs Dickicht.

der Hut war ja verloren….

Auf dem Rückweg noch ein Hubschraubertraining der Marine mit Abseilen von Mann, Arztkoffer und Trage…

Der zweite Ausflug ging mit einem 4/4 (4 wheel drive) durch das Landesinnere Tahitis, da gibt es wilde Natur, 1000 Wasserfälle, eine meist nicht asphaltierte Rumpelstraße und viele Flussläufe zu durchqueren.

Patrick, Eve und der Fahrer

Fünf Inseln der Te Fenua Enata

Nuku Hiva

Ankunft in Taiohae, der Weltumseglerbucht….Jeepfahrt an spektakulären Ausblicken vorbei nach Taipivai, Tikis in Hatiheu

Ua Pou

Einfahrt in die sehr beeindruckende Bucht von Hakahau mit ihren vielen Felsspritzen, die fingerförmig hochragen. Früher, bei den Enata, also den Männern, hieß sie die Bucht der Penisse, das haben die Missionare aber rasch geändert 😀.

Kleine Wanderung auf einen Aussichtspunkt…dann alleine losgelaufen, aber wie schon so oft…streunende 🐕 verstellten mir vermeintlich den Weg…ich Angsthase!

Einen zahnlosen dort lebenden Europäer getroffen ….mh. Es gibt Plätze auf der Welt wo ich gut leben könnte, die Marquesas in ihrer Abgeschiedenheit sind zum Bewundern, aber ein Leben könnte ich mir dort nicht vorstellen. Es gibt 6 Schuljahre, wer mehr lernen möchte muss nach Tahiti. Dort kann man auch 3 Jahre Uni besuchen, danach muss man nach Frankreich falls man sich das leisten kann und das können die wenigsten (zur Info: Papeete gilt als eine der teuersten Städte der Welt, die Preise sind wirklich beachtlich. Ich finde vieles sehr teuer, aber wie sich die Bevölkerung das Leben hier leisten kann, habe ich noch nicht herausfinden können).

Hiva OA

Ankunft an einem Sonntag und an einem bunten, fröhlichen und gesangreichen Gottesdienst teilgenommen. Trommeln und Ukulelen…leider ist es nicht gelungen die Kostprobe hier hochzuladen. An die Adventszeit gedacht und das erst Mal einen Anflug von Heimweh verspürt…

Zweitgrößten Tiki Polynesiens besichtigt: Taka Iti – heißt „rot vor Zorn“, war bestimmt nicht der freundlichste Erdenbürger..

Seine Gemahlin Mahuapepe ist gebärend in hinreichendem Abstand verewigt – sie starb bei der Geburt.

Nachmittags auf Tahuata, einer Insel, die nur durch den 4km langen Bordelais Channel von Hiva Oa getrennt ist. Kennenlernen von Ernesto, einem Exbotschafter Perus, der Schriften über den Einfluss Perus auf die Marquesas veröffentlicht hat. Wenn ich an meine kleine peruanische Figur denke, die ich im Alter von jungen 22 Jahren gekauft habe und mir die hiesigen Schnitzereien anschaue…wirklich ähnlich.

Am nächsten Tag dann nochmal Hiva Oa, diesmal Atuona…1Stunde wandern, dann auf dem Friedhof und Besuch der Gräber von Gauguin (1903 hier gestorben) und Jacques Brel (1978 in Frankreich gestorben), in Hiva Oa, seiner letzten Wohnstätte, begraben.

Selbstporträt

Anschließend die beiden Museen besucht: Gauguins groß, etwas überladen mit Replikaten, Brels klein, voller Texte und voller Musik. Ich wusste gar nicht, dass er segelnd auf Tahiti angekommen war….Auf Hiva Oa hatte er ein kleines Flugzeug mit dem er vielen Einwohnern half…

Letzter Satz:“ Jeder hat eine bestimmte Anzahl von Träumen, denen er sich widmet.“ Habe mich also mal ins Gästebuch eingetragen!

Fatu Hiva

...die schönste der Inseln und der Traum der Reiseträume…die entfernteste Insel von Tahiti aus gesehen obendrein…Klippen, Palmen, nur 2 Ortschaften, die durch eine nicht asphaltierte Straße miteinander verbunden sind: Omoa und Hanavave.

Hier wollten die Mutigen wandern..Matsch war angekündigt, 7,5km bergauf und 8,5 km bergab. Mit Picknick…Trotz fehlender Wanderschuhe 🥾 (hatte ich Bodo ungeschickter- weise mitgegeben) hatte ich mich angemeldet und gefreut.

Leider wurde die Wanderung von der Managerin der Aranui aus Sicherheitsgründen sehr kurzfristig abgesagt…es gab zwar nicht oben abgebildeten 🌞, sondern immer wieder strömenden Regen, aber….

7 Leute sind einfach trotzdem gegangen. Sieben Menschen aus vier Ländern, da lag die Gründung der Gruppe: „Groupe internationale revolutionaire en marche „ sehr nah und wir hatten einen riesigen und sehr nassen Spaß. Gefährlich war es kein bisschen, nur glitschig.

Aber ein bißchen fühlten wir uns wie die Schulkinder auf verbotenen Wegen beim Ausflug… Letztlich war es eine tolle Wanderung, wir waren nur eine kleine Gruppe und nach Rückkehr zur Aranui waren alle traurig nicht mitgelaufen zu sein. Fatu Hiva zu durchlaufen war besonders!

Der Tag endete sehr zufrieden, sehr nass, sehr dreckig und sehr sehr hungrig! 😋

Ua Huka

..die älteste der Inseln, halbrund, wie Fatu Hiva. Die andere Hälfte ist jeweils unter Wasser.

Ua Huka hat das beste und modernste Museum, eröffnet für das vierjährig stattfindende Marquesas Art Festival 2015.

Und einen botanischen Garten mit all den einheimischen (es gab wegen der Abgeschiedenheit nur etwa 400 verschiedene Pflanzen, da es nur Sporenbildner mit dem Wind hierhergeschafft hatten) und eingeführten Pflanzen.

600 Einwohner, immerhin drei Orte: Vaipaee – Hokatu – Hane.

Am letzten Tag nochmals kurzes Anlegen in Nuku Hiva,

…kleine Wanderung mit 2 Franzosen der „revolutionären“ Gruppe, Hut verloren 😥 , kurzes Anlegen auf Ua Pou und mit einer Paddelkinderschule Boote mit Ausleger gepaddelt (fanden Kinder…

… Jugendliche und wir gut!), dann Abschied von den Inseln, bei Sonnenuntergang an Ua Pou vorbei gen Tuamotus und Gesellschaftsinseln, wo ein letzter Stop auf Bora Bora geplant war. Etwas Wehmut…

Archipel des Marquises – Marquesas – Te Fenua Enata (“die Erde der Männer)

9 Grad Süd / 139 Grad West

(Anmerkung: da das schon sooo lange her ist, sage ich mal nichts über die sicher auch vorhandenen Frauen)

Was muss das für ein Gefühl sein, wenn man segelnd den Pazifik überquert hat und dann auf die Marquesas (Name leitet sich von dem Marques de Mendoza ab, dem Vizekönig Perus 1595) oder besser auf die Te Fenua Enata (das ist der ursprünglicheName) trifft. Ganz anders als die Tuamotos und 1600 km nordöstlich von Tahiti erheben sie sich hoch über dem Meer – zeitgeschichtlich viel jünger und deshalb noch reine Vulkaninseln.

Aber auch die Ankunft mit der Aranui hat etwas ganz Besonderes…, haben doch die 14 Inseln aufgrund ihrer Abgeschiedenheit ihre eigene Geschichte, Zeit, Kultur und Sprache.

Man nimmt an, dass die Te Fenua Enata spätestens 900 – 1000 vor Christi besiedelt wurden, wahrscheinlich von Samoa und Tonga aus, allerdings können auch übereinstimmende Kunstschnitzereien in Peru und Indonesien gefunden werden. Mit Kanus wurde die Welt erkundet und bis zu 3500 km gepaddelt. Noch heute ist Paddeln in ganz französisch Polynesien der Volkssport Nummer 1.

Es gab eine ausgesprochen strenge Stammeskultur mit einem Häuptling der die all umfassende Macht besaß. Hauptplatz für Stammesrituale und die Durchführung der Tätowierungen – wichtig für Ansehen, Macht, das Abhalten böser Geister und das Glück bei der Kriegsführung – war der tohua , ein in steinernen Plattformen konstruierter Platz.

Häuptling – Bild im Museum von Ua Huka

Es ging recht barbarisch zwischen den Stämmen zu, da es wichtig war möglichst viel „Mana“ zu haben. Mana bedeutet Kraft, Macht, Intelligenz…und kann zum Beispiel durch den Besitz eines Skalps oder eines Oberschenkelknochens von einem auf den anderen übertragen werden… Eine besondere Manaübertragung erfolgte durch das Verzehren des Mana tragenden Opfers, Kannibalismus war weit verbreitet. Auch musste der Ahnen gedacht werden und es wurde Ihnen, wann immer sie erzürnt waren, ein Mensch geopfert.

Aber auch das Mana von bestimmten starken oder klugen Tieren war begehrt und so trug man bunte Kura – Federn, Walfischzähne und Schildkrötenpanzer.

Aber es gab auch Gesänge und Tänze, Glauben an verschiedene heilige Stätten (meist in der Natur, ähnlich den Maoris) …

(Für die Touristen der Aranui ein alter Tanz, der wiederbelebt wurde. Trotzdem sehr beeindruckend vor diesem uralten Baum, der sicher mehr als jedes Geschichtsbuch erzählen könnte)

… und eine besondere Tikikultur, jene auf den Marquesas entstandenen Holz- und Steinfiguren, die – halb Ahne, halb Gott- meist vor den Häusern aufgestellt wurden, um diese zu schützen (spannend, das gab es auf der Insel Samosir auf Sumatra auch). Jeder Tiki hat seine eigene Persönlichkeit!

Eine der ältesten gefundenen Tikistätten auf Ua Huka, leider nur freigelegt, nicht restauriert.

Mitte des 18.Jahrhunderts kamen die Europäer und mit ihnen die Missionare, damit begann die Ausrottung der Kultur, Sterben durch eingeschleuste, bis dahin unbekannte Erkrankungen, die Einführung von Feuerwaffen und Alkohol.

Einheimische Krieger mit Paddel, welches auch als Totschläger genutzt wurde.

Die Missionare (sowohl protestantisch wie auch katholisch) verboten schließlich alles, was mit den bisherigen Riten und Gebräuchen zu tun hatte, incl. der Stammesversammlungen, der kunstvollen Tätowierungen , der Sprache, der Lieder und der Kleidung. Für ca. 150 Jahre war die Kultur der Enata verloren gegangen, die Einwohnerzahl fiel – auch wegen einer wütenden Pockenepidemie 1863 – von geschätzten ehemaligen 80.000 (erste Zählung 1842: 20.200) auf 2.200 im Jahr 1930.

Die Einwohner sind größtenteils katholisch und es mutet – zumindest mich – seltsam an, in jedem Ort eine ⛪ zu sehen.

Erst in der Neuzeit besann man sich auch wieder auf die eigene Geschichte – von all den alten Gesängen sind gerade mal 6 Lieder überliefert. Marquesanisch als Sprache darf wieder gesprochen werden, Tikis werden geschnitzt und die alten Tänze reaktiviert.

Tuamotus

„Come to Tuamotus…“ heißt ein hier bekannter Song…er hat recht!

Das aus 77 Inseln bestehende Archipel , etwa 1100 km östlich von Tahiti, die Tuamotoinseln. Es sind Atolle, d.h. irgendwann gab es mal einen 🌋 Ausbruch und es entstand eine bergige Insel. Im Laufe der Zeitgeschichte versank dieser Vulkan wieder im Meer und es blieb nur die Außenwand, die Caldera, stehen. Somit gab es einen Inselring bestehend aus sogenannten Motus ( die einzelnen Inselteile oder auch Calderateile, dazwischen sind mehr oder weniger breite Passagen zum Meer, die ehemaligen Flussläufen entsprechen) . Im Inneren der einzelnen ringförmig angeordneten Motus die Lagune ( ehemaliger Krater und Kraterschlund), ein beruhigtes weniger tiefes Gewässer als idealer Platz für das Wachstum von Korallenriffen, die rundum alle Atolle unter Wasser verschönern.

Sowohl auf der Hinfahrt wie auch auf der Rückfahrt haben wir einen Stop auf den Tuamotus gemacht, absolutes Südseefeeling! Fakarava und Rangiroa, dem zweitgrößten Atoll der Welt (das größte liegt in Mikronesien) und einer Lagune, in die ganz Tahiti passen würde.

Land ist nur der äußere Ring…Dank der Korallen (leider auch hier nur noch sehr wenige wirklich lebend, da das Wasser zu warm geworden ist) gibt es einen unglaublichen Fischreichtum und ich habe mich beim Schnorcheln regelrecht verloren….

Perlenfarmen laden zum Kaufen ein, es gibt sie hier in allen bunten Farben…aber auch hier sehr teuer….

Aranui 5

Die Aranui 5 ist ein Versorgungssicherheit für die Marquesas und gleichzeitig ein Passagierschiff. In China gebaut ist sie nun seit 2015 unterwegs in Französisch Polynesien.

Für die Passagiere gibt es alle Unterbringungsmöglichkeiten: von Schlafsaal bis zur Präsidentensuite, letztere in einmaliger Ausführung. Platz ist für 200 Passagiere, die meist aus verschiedensten Ländern kommen, zu meiner Überraschung allerdings trotz der Entfernung in der Mehrzahl aus Frankreich ( und nicht etwa aus USA oder Australien, wie ich vermutet hätte) Mein Französisch hat entsprechend eine Reaktivierung erfahren 😀, c’est magnifique!

Blick aus meinem Bullauge :

Es gibt tägliche Infoveranstaltungen zu Kunst Geschichte und Kultur, eine kleine Aranuiband, die sich aus Menschen, die sonst auf dem Schiff einem anderen Job nachgehen, zusammensetzt, ab und zu einen Film und einen polynesischen Abend, der dann mehr an ein Kreuzfahrtspektakel erinnert:

Die Menschen sind aus ganz verschiedenen Gründen da: die einen, weil sie unbedingt die Marquesas sehen wollen…die anderen, weil sie schon immer Kreuzfahrten machen…Ich war eher mit der ersten Hälfte bekannt und habe fast die komplette Zeit mit einer netten französischen Gruppe am Tisch gesessen und geradebrecht😀.

Auf jeder Insel werden Waren ein-und ausgeladen …und die Menschen stehen oft die halbe Nacht am Hafen, um auf die Aranui zu warten…

während die Passagiere Ihre Landausflüge machen. 5 der marquesianischen Inseln sind bewohnt und werden beliefert.

Boot für die Anlandung der Passagiere…

Malve Mai

…das marquesianische Wort für „Willkommen“!

Willkommen auf der Aranui, auf den Tuamotus und Marquesas und zurück in diesem Blog. 2 spannende Wochen liegen hinter mir und ich bin zurück in Papeete, dieser nicht sehr charmanten, verkehrsreichen und eher langweiligen Stadt. Aber es galt mal zu waschen, die Erlebnisse zu verarbeiten und die Weiterreise zu organisieren…

Letzteres gestaltete sich als deutlich schwieriger, als erwartet, denn hier sind einen Monat Weihnachtsfeiern und meine Pläne die Austral-Inseln zu besuchen scheiterten an einem vollen Cargoschiff und ausgebuchten Flügen bei Air Tahiti. Alle besuchen ihre Familien und da viele Bewohner der verschiedensten Inseln 🌴 in Tahiti arbeiten ist eben alles voll. Stunden nach frustranem Gegoogel, 2 Stunden Wartezeit im Hafen, um einen Platz auf einem Frachtschiff zu erwischen und weiteren 2 Stunden Wartezeit (mit Wartenummer) bei Air Tahiti habe ich einen Flug auf die Cookinseln 🇨🇰 gebucht und fliege dort am Samstag hin. Ist auch spannend, sich immer wieder neu entscheiden zu müssen, mal sehen, was mich dort erwartet. Schnell noch einen Reiseführer hochladen…ich habe keine Ahnung von Raritonga….

Das alles nach superbequemen Wochen, in denen alles bestens organisiert war und ich mittags und abends mit je 3 Gängen bei den Mahlzeiten versorgt war.

Aber nun zur….

Warten…

….auf den nächsten Beitrag ….Hier an Bord gibt es nur ein sündhaft teures Satelliteninternet und das funktioniert auch nur manchmal 🤐. Muss also warten, bis ich wieder von Bord gehe bevor ich von neusten Erlebnissen berichten kann. Erste Anlandung war auf den Tuamotos – unglaubliches Postkartenidyll 🏝.

Mehr also später!

Papeete – Tahiti

Nach etwas turbulentem Flug (Flughafen Auckland vorübergehend wegen schlechten Wetters geschlossen, 45 Minuten gekreist, dann eine Wackelpartie – also wie gemacht für Flugmemmen, deren Spezies ich ja leider angehöre 😳) abends um 23 Uhr in Papeete gelandet, Musik zur Ankunft, das machte direkt gute Laune.Per Taxi zum Ery Appartment: eine perfekte Unterkunft: bezahlbar (hier eher selten), ruhig, blitzsauber, AC, riesig mit 2 Zimmern und nah an allem! Müde ins Bett und darüber nachgedacht, wie die Menschen früher gereist sind.

Nach „Die Australierin“ , leichte Lektüre über die australische Einwanderung in Familiensagaromanform, lese ich gerade „Teori“, ein Buch von Andreas Kollender über die Reise des George Forster, der 1771 die 2. Expedition von James Cook als damals 17 jähriger Schreibassistent seines Vaters begleitet hatte. Über diese Reise schrieb er damals einen Bestseller….den habe ich auch dabei. Was unglaublich heutzutage scheint: die Mannschaft von Cook fühlte sich obermodern, denn man hatte neben den üblichen Navigationsinstrumenten 3 Chronometer dabei, davon eins von Kendall zum Testen. Außerdem gab es 60 große Fässer deutschen Sauerkrauts und Cook soll alle gezwungen haben dieses auch zu essen. Sein Schiff war damit am wenigsten von Skorbut betroffen, während auf dem parallel segelnden Boot Menschen an Vitamin C Mangel sogar starben.

Heute setzt man sich einfach in ein Flugzeug und selbst davon bin ich ermattet! Also: lange geschlafen ….den sonntäglichen wohl sehr bunten und fröhlichen Gottesdienst verpasst und einfach so losgeschlendert.

Hier ist es noch obersonntäglich (am 7. Tage sollst Du ruhen“) und es ist nichts, wirklich NICHTS geöffnet. Straßen wie ausgestorben, allein etwas zu essen aufzutreiben kostete einige Mühen. Folglich auch geruht und den Nachmittag lesend und schreibend verbracht.

Abends einen kleinen Foodstallmarkt gefunden, asiatische Küche und eine nette Bekanntschaft mit einem israelischen Galeristen. Noch ein Bier 🍺 gemeinsam getrunken und über Freiheit, Glück und Politik diskutiert.

Heute alles wieder offen…aber: eigentlich ist hier auch „geöffnet“ nichts los. Markt und Perlenmarkt bewundert, ein wenig herumgelaufen und – als hätte ich nicht schon genug Gepäck – ein buntes Blumenkleid erworben 👗 🌸🌼. Dauerte eine Weile bis ich meine Größe fand, das Schönheitsideal ist hier eher der Renaissance abgeschaut und es sind eigentlich alle Menschen – die Frauen aber im Besonderen – unseren Maßstäben zufolge übergewichtig oder adipös.

Sydney

Kaum bin ich wieder allein verlaufe ich mich. Orientierungssinn maximal einem Kaninchenhirn entsprechend, aber immerhin rette ich mich immer irgendwie und das ist gut so.

Mit Bodo hatte ich nur 24 Stunden in Sydney, denn er hatte sich verbucht 👻…23.11. anstelle von 25.11, Umbuchung nicht möglich. So haben wir trotz des Teils Bäume entwurzelnden Sturms etliche Kilometer durch die Stadt geschafft: Opernhaus, Hafen, Fährfahrt mit Blick auf die nächtlich glänzende Skyline, das historische Viertel „The Rocks“, Chinatown, Museum of Contemporary Arts, die berühmte George Street, zu Fuß über Sydney Harbour Bridge, Pub…..und leicht lahme Füße 🦶….

Und nach 24 Stunden reiste Bodo ab und ich blieb allein im Adina Appartment Hotel, 29. Stock, nach Zimmertausch auch ein toller Blick!

Am Abend mich aufgerappelt und einen Jazzclub besucht, es spielten „The Catholics“ 😀. Hat sich gelohnt.

Heute dann ewiges Irren, um den richtigen Bus nach Glebe zu finden, ein eher junges Viertel mit einem samstäglichen Markt, der sehr an Berlin erinnerte. Dort Treffen mit Frau Diller, einer ehemaligen Ärztin aus dem St. Joseph Krankenhaus, die jetzt in Melbourne arbeitet und ihrem australischen Freund Dave. Das war ein sehr netter Tag größtenteils am Manly Beach mit Spaziergang und Lunch.Kaum zurück gabs von meinem 29.Stock-Balkon noch ein tolles Feuerwerk zu bewundern – ich werde fürstlich verabschiedet….😀 Morgen gen Papeete…

Perth

Was für eine andere Welt!!! Normale Feuchte in der Luft, Schilder, ordentliches Anstehen bei der Passkontrolle, Regeln….ein Stück zu 🏡! Und ein sehr strenger Zoll!

Da meine Maschine Verspätung hatte, traf ich Bodo in oben erwähnter Schlange und es dauerte dann seine Zeit (mehr als 25 Zigaretten eingeführt 🙀) bis wir draußen waren. Dort warteten schon Anne und Zac, unsere australischen Freunde, die wir 2012 beim Segeln ⛵️ in Thailand kennengelernt hatten und die uns auch schon 2 Mal in Deutschland besucht hatten.Wir sind supernett empfangen worden und haben in ihrem Haus einen perfekten Abend genossen. Alle froh!

Unsere 6 vollen Tage hier kurz zusammengefasst:

Tag 1: leider doch noch den sogenannten „Bali Belly“eingefangen und den Tag höchstgradig schwächelnd erlebt – verflixtes letztes sehr indonesisches Restaurant. Trotzdem zum City Beach, außer mir alle ins Wasser…

Nachmittags auf das Boot von Anne und Zac, eine 34,5 ft Cathalina und ein kleiner Törn auf dem Swan River, der hier havelähnlich breit ist. Super Segeleigenschaften hat das Boot, habe direkt mal nach Schnäppchen in Deutschland gegoogelt, aber die einzige Cathalina 34 in Europa war bereits verkauft 😢.

Tag 2: Alles wieder gut! Morgens ein Walk durch den naturbelassenen Boldpark , der uns einen Eindruck vom Buschland vermittelte. Nachmittags nochmal segeln – diesmal konnte ich es genießen! Hier sind die Schwäne schwarz.

Tag 3: Annes Geburtstag 🎂 und Brunch mit Tochter, Schwager und 3 Enkeln. Nachmittags Ausflug nach Fremantle, einem hippen Ort mit Cafés, Märkten, Hafen und alten Gebäuden. Ein großartiges Maritimmuseum und viel über Einwanderungsgeschichte und den Americas Cup 1983 (Australien hat gewonnen) gelernt Geburtstagsdinner!

Tag 4: mit Bodo per Bus nach Perth Innenstadt und einen wunderbaren „Art Walk“ quer durch die Stadt gemacht. Neben vielen Skulpturen auch alles andere angesehen…sehr fein!

und….Pause….

Tag 5: Ausflug mit Anne und Zac in das Swantal. Galerie einheimischer Kunst, Brewery, Winery und Besuch eines großen Wildparks, da ich Australien 🇦🇺 auf keinen Fall ohne die Sichtung von Kängurus verlassen wollte 😃.

….da gucken Beine aus dem Beutel….😀

Koalas (sehr süß) gab es auch.

Tag 6: der letzte Tag in Perth, bevor es morgen nach Sydney weitergeht. Morgens ein ausgedehnter Spaziergang im Kings Park, ein mindestens 1000ha umfassender superschöner Stadtpark mit großartiger Vegetation..

Nachmittags Twighlight Sailing in Anne’s und Zacs Segelclub, Start 18.10. Wirklich ein feines Boot – bei 14 – 22 Knoten Wind segelte es sich super. Wir fanden es toll!