Tahaa

Nachmittags Leinen los und schönes Segeln innerhalb der Lagune, denn Raiateea und Tahaa teilen sich eine solche. Am Wind zunächst an Uturoa ( Nordspitze Raiateeas) vorbei, der größten Stadt der Isles du Vent, der Inseln am Wind. Den Süden Tahaas umrundet und weiter am Wind zur Westküste nach Tapuamo.

Dort in einer Halle eine sehr laute Neujahrsparty….kein Mensch mehr nüchtern Restaurants geschlossen und Abendessen mit 🍟….

Dann ein letztes Mal Scooter, diesmal zu zweit auf einem, eine gewisse Herausforderung für mich hintendrauf, da ich gedanklich immer mitfahre. Also nicht die wünschenswerteste Beifahrerin!

Perlen- und Vanillefarm besucht, für beides ist Tahaa bekannt und an beiden Plätzen habe ich auch etwas gekauft: eine Perle (lange ausgesucht), Vanillepulver, Vanilleseife und Vanilleextrakt. Was auch immer man damit tun kann….Nach 68 km Roller wieder abgegeben und auf der Ladefläche eines Pickups zurück getrampt. Wie früher 😀!

Raiatea

Diesmal vor dem Wind (also Wind von hinten) und die ca. 20 Seemeilen Schmetterling gesegelt.Nachmittags in der Bucht von Taputapuatea angekommen , lecker gegessen und früh ins Bett. Treffen um 23.40 im Cockpit, laut Erwin: die letzte Wache …😀.

Mit Sekt auf dem Bug angestoßen, Sterne, Sternschnuppen 🌠, an Land Musik (allerdings kaum Häuser) und ca. 3 Raketen. 2019! Ich wünsche allen ein gesundes, frohes, sonniges und gelungenes Neues Jahr!

Am nächsten Morgen an Land und einen eher steilen Aussichtshügel erklommen. Weg verboten, deshalb keinen getroffen. Was für ein Blick! Als hätte ein Maler alle Türkis und Blaus in Linien ausgeschüttet…Aussenriff, Wellen, Lagune, Innenriff, Meer…wir könnten uns nicht satt sehen. Ein sehr besonderer Ort!Dann Besuch des heiligsten Maraes, Raiatea, zweitgrößte Insel des Archipels, war einmal das spirituelle Zentrum. Ein Marae ist ein terassenartig angelegtes Gelände für Zusammenkünfte, Zeremonien und rituelle Handlungen. Alle anderen Maraes der Inseln mussten zumindest einen Stein (eigentlich kein Stein, sondern Koralle) aus Taputapuatea haben, um durch dessen Mana (Kraft…) ebenfalls heilig zu sein. Auch die Ahnen wohnen in einem solchen Marae. Werden diese gestört – zum Beispiel durch Zerstörung des Maraes aufgrund anderer Bauten – wandern sie als Tupapaus, als Ahnengeister, umher und sorgen für Unruhe. Nur ein Tuha, einer, der mit den Geistern Kontakt aufnehmen kann, versteht es, diese durch bestimmte Zeremonien zu beschwichtigen.

Marae aus Korallensteinen/ Raiateea, ehemals Hava II im Zentrum Polynesiens

Huahine

… eindeutig meine Lieblingsinsel! Aber der Weg dorthin war weit. ⚓️ hoch um 7.30 und 85 Seemeilen weiter gen Nordwest. Wenig Wind, dafür nicht passende Welle, also ein ordentliches Gewackel…

Allen Gästen wurde leicht flau im Magen, viele trockenen Kräcker wurden verzehrt, zwischendurch geschlafen, aber nach 18 Stunden, nachts um halb 2 war es geschafft. Erwin steuerte supersicher in die zum Glück betonte Lagune von Fare und wir waren alle froh! Klar, dass es ein Anlegerbier gab! Erstaunlich wenig Schiffe waren unterwegs, nur Bodo hat während seiner Wache eins getroffen. Auch erstaunlich wie schwarz der Pazifik nachts ist, kam mir deutlich dunkler vor als heimische Gewässer.Erwin am Navigationstisch

Am nächsten und ausgeschlafenen Morgen Anlandung mit Dinghi. So ein netter, verschlafener, sympathischer kleiner Ort…mit kleinem Café (selten!) Also mal einen ruhigen Tag eingelegt und an der Umgebung erfreut!

Und erneut eine Scootertour wieder einmal um die Insel. Diesmal häufiger angehalten und ein spannendes Museum über polynesische Kultur angesehen. Laut Sage hat ein kraftvoller Paddler Huahine Nui (groß) und Huahine Iti (klein) getrennt – heute sind die beiden Inselteile durch ein Brücke verbunden. „Hua“ heißt im übrigen Vagina, „Hine“ die Abkürzung von „Vahine“, also Frau. Frei übersetzt bedeutet „Huahine“ „sexy woman“.

Bei einer Art Gallery angehalten, nichts gekauft , dann an einem Fluss wegen seiner Aale gestoppt – ordentlich dicke Brocken! Mittagessen mit Lifemusik und zu guter Letzt noch einen handgemalten Pareo (das hier übliche Wickeltuch) in den inzwischen so liebgewonnenen Türkis und Grüntönen erstanden.

Und immer wieder tolle Ausblicke…

Moorea

… unser erstes Ziel, nur knapp 15 Seemeilen nordwestlich von Papeete. Entspanntes Segeln mit Wind von schräg hinten (raumschot) und Ankunft am Nachmittag in der Cooks Bay, die ihren Namen eigentlich nicht verdient, denn der Namensgeber ankerte auf seinen Expeditionen in der Bucht nebenan, der Opunuhe Bay.

Heiliger Abend unter den Sternen des Pazifik (der übrigens mehr als die Hälfte unserer Erde bedeckt), da kamen weihnachtliche Gefühle nicht auf. Statt dessen Begeisterung über die hiesige großartige Natur.

Die Gesellschaftsinseln sind beides: vulkanische Berge 🏔 wie auf den Marquesas und umgrenzende Korallenriffs, die eine Lagune formen, wie auf den Tuamotus. Meine Vorstellung, es wimmele hier von Touristen, musste ich zum Glück revidieren.

Am nächsten Tag Wanderung mit Bodo und Daniel zu einem Aussichtspunkt. Diesen zunächst nicht gefunden, so dass wir nach 1,5 Stunden fast wieder am Startpunkt standen. Und das bei > 30 Grad und mehr als 80% Luftfeuchtigkeit, also HEISS! Den abgebildeten schönen breiten Weg haben wir dann auch verloren 😮 und landeten auf einem kaum sichtbaren schlammigen Trampelpfad, auf dem es vor allem eine Spezies gab: MÜCKEN! Zu tausenden stürzten sie sich begeistert auf uns, wir waren der perfekte und ersehnte Weihnachtsschmaus! Ergebnis: > 50 juckende Stiche und das mir! Wo ich doch früher nie gestochen wurde! Vielleicht ist das die ausgleichende Gerechtigkeit, ich hatte auf jeden Fall am meisten und sah aus wie hauterkrankt!

Es gab auch Gutes: wir mussten nicht verhungern, denn wir fanden Ananas 🍍 und Maracujas des Weges. Verdursten auch nicht, denn robinsongleich wurde eine 🥥 in die Luft geschleudert und erbarmte sich mit einen Riss in ihrer harten Schale…so hatten wir köstliches Kokoswasser auch wenn es schwierig war den durch das Schleudertrauma entstandenen Riss zielgenau über den Mund zu halten. Aber Shirts kann man ja waschen… Und die Aussicht, endlich am Belvedere angekommen, war super! Und wir konnten das Geschehen bergab trampend wieder verlassen.

Kein Wind für die nächsten Tage angesagt, also ein weiterer Ausflug auf Moorea. Diesmal per Scooter eine Inselumrundung.Frischen Thunfisch am Straßenrand erstanden und abends köstliches Filet.

3. Tag auf Moorea dann vor allem schnorchelnd an einer Stelle bekannt für Haie 🦈und Rochen! Fand ich etwas unheimlich und war recht schnell wieder im Schlauchboot um im glasklaren Wasser alles von oben zu beobachten.

Segeltörn Tahiti – Bora Bora

Und dann ging es am 23.12.18 auf die über „Hand gegen Koje“ gebuchte Sagitta, eine Bavaria 46 mit 3 Kabinen und zusätzlicher 🐶 koje.

Mit uns an Bord: Erwin, der Eigner, ein Österreicher, der seit vielen Jahren segelt und immer wieder Gäste an Bord nimmt, seine Freundin Lambrini aus Griechenland, im Sauerland aufgewachsen, und Daniel aus München, ebenfalls Gast. Treffpunkt in der einzigen Marina Tahitis, der Marina Taina, und Transport des Gepäcks auf kleinem Schlauchboot zur Sagitta. Direkt aufkommendes Bootsgefühl…⛵️. Einräumen, Kennenlernen, am nächsten Tag: „Leinen los!“

🎄Weihnachten

Ich wünsche allen ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest im Kreise der 🥰 Lieben, denke an alle – besonders an Charlotte – habe ein bißchen Heimweh und hätte gern im kalten Deutschland mit Weihnachtsbaum gefeiert…🎁😘😘😘.

Ankunft

….einmal von Bodo morgens um 6 Uhr mit French Bee 🐝 über Paris und San Francisco, 31 Stunden Reisezeit, puh!

…zweitens der Schönheitskönigin, Miss Tahiti hat den französischen Titel gewonnen, ist jetzt Miss France und wurde hier mit einer großen Parade, Musik, 💃🏻, Feuerwerk und Würdenträgern begrüßt. Und natürlich Kameras:

Wie im Flug…

….verliefen die 6 Tage auf Rangiroa und – wie könnte es anders sein – ich bin jetzt richtig froh über meinen Buchungsfehler. Wer darf schon sechs entspannte Tage auf den Tuamotus genießen? Und genau das ist es hier: total 😌 und total heiß 🥵!

Wer mich näher kennt, weiß, dass ich mich noch lange über Temperaturen freue, wenn andere längst die große Hitze beklagen…Aber hier ist es nicht heiß, es ist HEISS! Aber letztlich auch nur eine Frage der Gewöhnung und das Fahrradfahren zur Mittagszeit habe ich mir ebenso rasch abgewöhnt wie Bewegungen außerhalb schattenspendender Palmen 🌴😀.

Statt dessen: Tauchen! Meine Freundin und Nachbarin Karen hat mir Fotos meiner Lizenz von 1980 gesendet und ich habe mich gewagt es nochmal zu versuchen (letzter einzelner Tauchgang vor 6 Jahren…davor vor 22!). Tauchschein (oh, wie bin ich jung!) von 1980!

das war damals…

Ein netter und sicherheitsbewußter Tauchlehrer schaffte, dass ich alle Refreshmentübungen – trotz großer Angst und innerer Panik vor dem Ausziehen der Maske unter Wasser – hinbekam und dann durfte ich mit zum Riff! Super! Haie, Delphine, Rochen, Muränen und Schildkröten neben bunten tropischen Fischen 🐠🐢🐬🐡🦈… Nur die Korallen sind nicht mehr so bunt und schillernd wie sie früher waren. Auch hier hat das „Bleeching“eingesetzt, das Weisswerden und schließliche Absterben der Korallen aufgrund der Meereserwärmung. Sehr erschreckend, wenn man bedenkt, wie kurz die Zeitspanne von 25 Jahren ist.

Am vorletzten Tag dann noch einen Ausflug zur „Blue Lagoon“ gebucht und mit einem kleinen Boot in einer Stunde einmal quer über die ca. 35 x 45 m2 große Lagune Rangiroas. Die blaue Lagune ist eine Lagune in der Lagune, umgeben von eigenen kleiner Motus und von unvorstellbarem Türkis umschmeichelt von Blautönen aller Schattierungen…

Auf dem Rückweg Schnorcheln mit Riffhaien:

Mit einem sehr netten kanadischen Paar noch einen Sundowner getrunken, die Sonnenuntergänge 🌅 sind hier wirklich superschön!

Und heute heißt es dann schon Abschied nehmen von meinem zwar klebrigen, aber inzwischen sehr lieb gewonnenen Strandbungalow, in dem auch die eine oder andere Kakerlake mein Gemüt nicht mehr erhitzen kann (ginge vermutlich auch wegen der Außentemperatur nicht 🦗😀).

Und kurz vor dem Abflug noch eine Einladung von Olga zum Mittagessen mit ihrer Familie, der 5. Geburtstag 🎂 eines Enkels wurde gefeiert.

mit Geburtstagsblumen um den Hals…

Air Tahiti gen Papeete und Überfliegen verschiedener Atolle, von oben ein phantastischer Anblick.

Auf Rangiroa tanzt der Hund…

…der Bär auf jeden Fall nicht, auch wenn Lonely Planet meint, es gäbe hier einfach alles! Bei intensiverer Lektüre lese ich dann allerdings, dass dieses Empfinden denjenigen vorbehalten ist, die von einer anderen Insel des Tuamotu – Archipels kommen.

Aus Papeete kommend ist das anders: eine asphaltierte Straße, immerhin ein Flughafen, auf dem ich in einer kleinen Air Tahiti Maschine gelandet war, einen Ort namens Avatoru, den besonders für Taucher weltberühmten Tiputapass, etwa 6 – 8 Restaurants oder Snackbars, ebensoviele Unterkünfte (ein unbezahlbares Hotel, Rest bei Familien privat, die meisten wegen Weihnachten geschlossen) und: HUNDE! Für mich Verhaltenstherapie kostenlos!

Bin bei „Chez Olga“ gelandet, Bungalow mit netten Blick, Bett ok, Rest klebrig…Olga ist nett, ihre 5 Hunde 🐕 🐕🐕🐕🐕 bisher auch, aber es brauchte eine Zeit, bis ich sorglos das Terrain durchqueren konnte. Im Mietpreis (stolz für das, was man bekommt, preiswert für hiesige Verhältnisse) ist ein „Affe-auf-dem-Schleifstein-Fahrrad“ enthalten.

Was ist sonst noch so passiert?

Nicht verlaufen, aber fast verflogen…36 Stunden vor meinem geplanten Ausflug auf die Cook 👨‍🍳 Islands stellte ich fest, dass ich anstelle von Rarotonga (Cook) Rangiroa (Tuamotos) gebucht hatte. Sch….. Versuch, dies noch rasch zu ändern, jämmerlich gescheitert, auf die Cooks nur noch Flüge über Auckland, Reisezeit 15! Stunden und eigentlich dauert es nur eine…. Versuch Unterkunft zu stornieren, denn die hatte ich richtig gebucht, auch so gut wie gescheitert, zu kurzfristig….Also noch eine Unterkunft gebucht und mich mit neuem Ziel arrangiert.

Dann wurde ich noch von einer nicht nur angetrunkenen Appartmentverwalterin lauthals aus meiner Bleibe geschmissen – es gab wohl ein Missverständnis, aber ich konnte nichts dafür – reden oder gar das Missverständnis aufklären ging gar nicht, sie schrie und brüllte nur noch: „Sort, sort…“, was so viel heißt wie „verschwinde!“ Im Dunkeln samt Rucksack durch Papeete getapert, im eher guten Hotel 🏨 einbgescheckt und mich im Luxuszimmer von den Strapazen erholt.