9 Grad Süd / 139 Grad West
(Anmerkung: da das schon sooo lange her ist, sage ich mal nichts über die sicher auch vorhandenen Frauen)
Was muss das für ein Gefühl sein, wenn man segelnd den Pazifik überquert hat und dann auf die Marquesas (Name leitet sich von dem Marques de Mendoza ab, dem Vizekönig Perus 1595) oder besser auf die Te Fenua Enata (das ist der ursprünglicheName) trifft. Ganz anders als die Tuamotos und 1600 km nordöstlich von Tahiti erheben sie sich hoch über dem Meer – zeitgeschichtlich viel jünger und deshalb noch reine Vulkaninseln.

Aber auch die Ankunft mit der Aranui hat etwas ganz Besonderes…, haben doch die 14 Inseln aufgrund ihrer Abgeschiedenheit ihre eigene Geschichte, Zeit, Kultur und Sprache.
Man nimmt an, dass die Te Fenua Enata spätestens 900 – 1000 vor Christi besiedelt wurden, wahrscheinlich von Samoa und Tonga aus, allerdings können auch übereinstimmende Kunstschnitzereien in Peru und Indonesien gefunden werden. Mit Kanus wurde die Welt erkundet und bis zu 3500 km gepaddelt. Noch heute ist Paddeln in ganz französisch Polynesien der Volkssport Nummer 1.
Es gab eine ausgesprochen strenge Stammeskultur mit einem Häuptling der die all umfassende Macht besaß. Hauptplatz für Stammesrituale und die Durchführung der Tätowierungen – wichtig für Ansehen, Macht, das Abhalten böser Geister und das Glück bei der Kriegsführung – war der tohua , ein in steinernen Plattformen konstruierter Platz.
Häuptling – Bild im Museum von Ua Huka
Es ging recht barbarisch zwischen den Stämmen zu, da es wichtig war möglichst viel „Mana“ zu haben. Mana bedeutet Kraft, Macht, Intelligenz…und kann zum Beispiel durch den Besitz eines Skalps oder eines Oberschenkelknochens von einem auf den anderen übertragen werden… Eine besondere Manaübertragung erfolgte durch das Verzehren des Mana tragenden Opfers, Kannibalismus war weit verbreitet. Auch musste der Ahnen gedacht werden und es wurde Ihnen, wann immer sie erzürnt waren, ein Mensch geopfert.
Aber auch das Mana von bestimmten starken oder klugen Tieren war begehrt und so trug man bunte Kura – Federn, Walfischzähne und Schildkrötenpanzer.

Aber es gab auch Gesänge und Tänze, Glauben an verschiedene heilige Stätten (meist in der Natur, ähnlich den Maoris) …
(Für die Touristen der Aranui ein alter Tanz, der wiederbelebt wurde. Trotzdem sehr beeindruckend vor diesem uralten Baum, der sicher mehr als jedes Geschichtsbuch erzählen könnte) 
… und eine besondere Tikikultur, jene auf den Marquesas entstandenen Holz- und Steinfiguren, die – halb Ahne, halb Gott- meist vor den Häusern aufgestellt wurden, um diese zu schützen (spannend, das gab es auf der Insel Samosir auf Sumatra auch). Jeder Tiki hat seine eigene Persönlichkeit!
Eine der ältesten gefundenen Tikistätten auf Ua Huka, leider nur freigelegt, nicht restauriert.

Mitte des 18.Jahrhunderts kamen die Europäer und mit ihnen die Missionare, damit begann die Ausrottung der Kultur, Sterben durch eingeschleuste, bis dahin unbekannte Erkrankungen, die Einführung von Feuerwaffen und Alkohol.
Einheimische Krieger mit Paddel, welches auch als Totschläger genutzt wurde.
Die Missionare (sowohl protestantisch wie auch katholisch) verboten schließlich alles, was mit den bisherigen Riten und Gebräuchen zu tun hatte, incl. der Stammesversammlungen, der kunstvollen Tätowierungen , der Sprache, der Lieder und der Kleidung. Für ca. 150 Jahre war die Kultur der Enata verloren gegangen, die Einwohnerzahl fiel – auch wegen einer wütenden Pockenepidemie 1863 – von geschätzten ehemaligen 80.000 (erste Zählung 1842: 20.200) auf 2.200 im Jahr 1930.
Die Einwohner sind größtenteils katholisch und es mutet – zumindest mich – seltsam an, in jedem Ort eine ⛪ zu sehen.
Erst in der Neuzeit besann man sich auch wieder auf die eigene Geschichte – von all den alten Gesängen sind gerade mal 6 Lieder überliefert. Marquesanisch als Sprache darf wieder gesprochen werden, Tikis werden geschnitzt und die alten Tänze reaktiviert.





Dank der Korallen (leider auch hier nur noch sehr wenige wirklich lebend, da das Wasser zu warm geworden ist) gibt es einen unglaublichen Fischreichtum und ich habe mich beim Schnorcheln regelrecht verloren….



und die Menschen stehen oft die halbe Nacht am Hafen, um auf die Aranui zu warten…

Nach etwas turbulentem Flug (Flughafen Auckland vorübergehend wegen schlechten Wetters geschlossen, 45 Minuten gekreist, dann eine Wackelpartie – also wie gemacht für Flugmemmen, deren Spezies ich ja leider angehöre 😳) abends um 23 Uhr in Papeete gelandet, Musik zur Ankunft, das machte direkt gute Laune.
Per Taxi zum Ery Appartment: eine perfekte Unterkunft: bezahlbar (hier eher selten), ruhig, blitzsauber, AC, riesig mit 2 Zimmern und nah an allem! Müde ins Bett und darüber nachgedacht, wie die Menschen früher gereist sind.

Fährfahrt mit Blick auf die nächtlich glänzende Skyline, das historische Viertel „The Rocks“, Chinatown, Museum of Contemporary Arts, die berühmte George Street, zu Fuß über Sydney Harbour Bridge, Pub…..und leicht lahme Füße 🦶….

Kaum zurück gabs von meinem 29.Stock-Balkon noch ein tolles Feuerwerk zu bewundern – ich werde fürstlich verabschiedet….😀 Morgen gen Papeete…
Was für eine andere Welt!!! Normale Feuchte in der Luft, Schilder, ordentliches Anstehen bei der Passkontrolle, Regeln….ein Stück zu 🏡! Und ein sehr strenger Zoll!
Wir sind supernett empfangen worden und haben in ihrem Haus einen perfekten Abend genossen. Alle froh!
Hier sind die Schwäne schwarz.













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…..und der erste Nicht-Volltreffer… Das vorab gebuchte Jari Bali Guesthouse war weder -wie angepriesen – ruhig noch nah an allen Stränden, zu Fuß zum nächsten eine Stunde, mit typischem Verirrer meinerseits (nie wieder ohne landeseigene SIM Card und folglich Google Map!) anderthalb. Verkehr ätzend, keine Bürgersteige, Abendessen angesengt und heute einen Sonnenbrand geholt.
Auch recht nett mal einen Strandtag zu verbringen…Gerade eine Zitrone 🍋 erworben, damit reibe ich mich gleich ein – gut gegen zu viel ☀️!