Tuamotus

„Come to Tuamotus…“ heißt ein hier bekannter Song…er hat recht!

Das aus 77 Inseln bestehende Archipel , etwa 1100 km östlich von Tahiti, die Tuamotoinseln. Es sind Atolle, d.h. irgendwann gab es mal einen 🌋 Ausbruch und es entstand eine bergige Insel. Im Laufe der Zeitgeschichte versank dieser Vulkan wieder im Meer und es blieb nur die Außenwand, die Caldera, stehen. Somit gab es einen Inselring bestehend aus sogenannten Motus ( die einzelnen Inselteile oder auch Calderateile, dazwischen sind mehr oder weniger breite Passagen zum Meer, die ehemaligen Flussläufen entsprechen) . Im Inneren der einzelnen ringförmig angeordneten Motus die Lagune ( ehemaliger Krater und Kraterschlund), ein beruhigtes weniger tiefes Gewässer als idealer Platz für das Wachstum von Korallenriffen, die rundum alle Atolle unter Wasser verschönern.

Sowohl auf der Hinfahrt wie auch auf der Rückfahrt haben wir einen Stop auf den Tuamotus gemacht, absolutes Südseefeeling! Fakarava und Rangiroa, dem zweitgrößten Atoll der Welt (das größte liegt in Mikronesien) und einer Lagune, in die ganz Tahiti passen würde.

Land ist nur der äußere Ring…Dank der Korallen (leider auch hier nur noch sehr wenige wirklich lebend, da das Wasser zu warm geworden ist) gibt es einen unglaublichen Fischreichtum und ich habe mich beim Schnorcheln regelrecht verloren….

Perlenfarmen laden zum Kaufen ein, es gibt sie hier in allen bunten Farben…aber auch hier sehr teuer….

Aranui 5

Die Aranui 5 ist ein Versorgungssicherheit für die Marquesas und gleichzeitig ein Passagierschiff. In China gebaut ist sie nun seit 2015 unterwegs in Französisch Polynesien.

Für die Passagiere gibt es alle Unterbringungsmöglichkeiten: von Schlafsaal bis zur Präsidentensuite, letztere in einmaliger Ausführung. Platz ist für 200 Passagiere, die meist aus verschiedensten Ländern kommen, zu meiner Überraschung allerdings trotz der Entfernung in der Mehrzahl aus Frankreich ( und nicht etwa aus USA oder Australien, wie ich vermutet hätte) Mein Französisch hat entsprechend eine Reaktivierung erfahren 😀, c’est magnifique!

Blick aus meinem Bullauge :

Es gibt tägliche Infoveranstaltungen zu Kunst Geschichte und Kultur, eine kleine Aranuiband, die sich aus Menschen, die sonst auf dem Schiff einem anderen Job nachgehen, zusammensetzt, ab und zu einen Film und einen polynesischen Abend, der dann mehr an ein Kreuzfahrtspektakel erinnert:

Die Menschen sind aus ganz verschiedenen Gründen da: die einen, weil sie unbedingt die Marquesas sehen wollen…die anderen, weil sie schon immer Kreuzfahrten machen…Ich war eher mit der ersten Hälfte bekannt und habe fast die komplette Zeit mit einer netten französischen Gruppe am Tisch gesessen und geradebrecht😀.

Auf jeder Insel werden Waren ein-und ausgeladen …und die Menschen stehen oft die halbe Nacht am Hafen, um auf die Aranui zu warten…

während die Passagiere Ihre Landausflüge machen. 5 der marquesianischen Inseln sind bewohnt und werden beliefert.

Boot für die Anlandung der Passagiere…

Malve Mai

…das marquesianische Wort für „Willkommen“!

Willkommen auf der Aranui, auf den Tuamotus und Marquesas und zurück in diesem Blog. 2 spannende Wochen liegen hinter mir und ich bin zurück in Papeete, dieser nicht sehr charmanten, verkehrsreichen und eher langweiligen Stadt. Aber es galt mal zu waschen, die Erlebnisse zu verarbeiten und die Weiterreise zu organisieren…

Letzteres gestaltete sich als deutlich schwieriger, als erwartet, denn hier sind einen Monat Weihnachtsfeiern und meine Pläne die Austral-Inseln zu besuchen scheiterten an einem vollen Cargoschiff und ausgebuchten Flügen bei Air Tahiti. Alle besuchen ihre Familien und da viele Bewohner der verschiedensten Inseln 🌴 in Tahiti arbeiten ist eben alles voll. Stunden nach frustranem Gegoogel, 2 Stunden Wartezeit im Hafen, um einen Platz auf einem Frachtschiff zu erwischen und weiteren 2 Stunden Wartezeit (mit Wartenummer) bei Air Tahiti habe ich einen Flug auf die Cookinseln 🇨🇰 gebucht und fliege dort am Samstag hin. Ist auch spannend, sich immer wieder neu entscheiden zu müssen, mal sehen, was mich dort erwartet. Schnell noch einen Reiseführer hochladen…ich habe keine Ahnung von Raritonga….

Das alles nach superbequemen Wochen, in denen alles bestens organisiert war und ich mittags und abends mit je 3 Gängen bei den Mahlzeiten versorgt war.

Aber nun zur….

Warten…

….auf den nächsten Beitrag ….Hier an Bord gibt es nur ein sündhaft teures Satelliteninternet und das funktioniert auch nur manchmal 🤐. Muss also warten, bis ich wieder von Bord gehe bevor ich von neusten Erlebnissen berichten kann. Erste Anlandung war auf den Tuamotos – unglaubliches Postkartenidyll 🏝.

Mehr also später!

Papeete – Tahiti

Nach etwas turbulentem Flug (Flughafen Auckland vorübergehend wegen schlechten Wetters geschlossen, 45 Minuten gekreist, dann eine Wackelpartie – also wie gemacht für Flugmemmen, deren Spezies ich ja leider angehöre 😳) abends um 23 Uhr in Papeete gelandet, Musik zur Ankunft, das machte direkt gute Laune.Per Taxi zum Ery Appartment: eine perfekte Unterkunft: bezahlbar (hier eher selten), ruhig, blitzsauber, AC, riesig mit 2 Zimmern und nah an allem! Müde ins Bett und darüber nachgedacht, wie die Menschen früher gereist sind.

Nach „Die Australierin“ , leichte Lektüre über die australische Einwanderung in Familiensagaromanform, lese ich gerade „Teori“, ein Buch von Andreas Kollender über die Reise des George Forster, der 1771 die 2. Expedition von James Cook als damals 17 jähriger Schreibassistent seines Vaters begleitet hatte. Über diese Reise schrieb er damals einen Bestseller….den habe ich auch dabei. Was unglaublich heutzutage scheint: die Mannschaft von Cook fühlte sich obermodern, denn man hatte neben den üblichen Navigationsinstrumenten 3 Chronometer dabei, davon eins von Kendall zum Testen. Außerdem gab es 60 große Fässer deutschen Sauerkrauts und Cook soll alle gezwungen haben dieses auch zu essen. Sein Schiff war damit am wenigsten von Skorbut betroffen, während auf dem parallel segelnden Boot Menschen an Vitamin C Mangel sogar starben.

Heute setzt man sich einfach in ein Flugzeug und selbst davon bin ich ermattet! Also: lange geschlafen ….den sonntäglichen wohl sehr bunten und fröhlichen Gottesdienst verpasst und einfach so losgeschlendert.

Hier ist es noch obersonntäglich (am 7. Tage sollst Du ruhen“) und es ist nichts, wirklich NICHTS geöffnet. Straßen wie ausgestorben, allein etwas zu essen aufzutreiben kostete einige Mühen. Folglich auch geruht und den Nachmittag lesend und schreibend verbracht.

Abends einen kleinen Foodstallmarkt gefunden, asiatische Küche und eine nette Bekanntschaft mit einem israelischen Galeristen. Noch ein Bier 🍺 gemeinsam getrunken und über Freiheit, Glück und Politik diskutiert.

Heute alles wieder offen…aber: eigentlich ist hier auch „geöffnet“ nichts los. Markt und Perlenmarkt bewundert, ein wenig herumgelaufen und – als hätte ich nicht schon genug Gepäck – ein buntes Blumenkleid erworben 👗 🌸🌼. Dauerte eine Weile bis ich meine Größe fand, das Schönheitsideal ist hier eher der Renaissance abgeschaut und es sind eigentlich alle Menschen – die Frauen aber im Besonderen – unseren Maßstäben zufolge übergewichtig oder adipös.

Sydney

Kaum bin ich wieder allein verlaufe ich mich. Orientierungssinn maximal einem Kaninchenhirn entsprechend, aber immerhin rette ich mich immer irgendwie und das ist gut so.

Mit Bodo hatte ich nur 24 Stunden in Sydney, denn er hatte sich verbucht 👻…23.11. anstelle von 25.11, Umbuchung nicht möglich. So haben wir trotz des Teils Bäume entwurzelnden Sturms etliche Kilometer durch die Stadt geschafft: Opernhaus, Hafen, Fährfahrt mit Blick auf die nächtlich glänzende Skyline, das historische Viertel „The Rocks“, Chinatown, Museum of Contemporary Arts, die berühmte George Street, zu Fuß über Sydney Harbour Bridge, Pub…..und leicht lahme Füße 🦶….

Und nach 24 Stunden reiste Bodo ab und ich blieb allein im Adina Appartment Hotel, 29. Stock, nach Zimmertausch auch ein toller Blick!

Am Abend mich aufgerappelt und einen Jazzclub besucht, es spielten „The Catholics“ 😀. Hat sich gelohnt.

Heute dann ewiges Irren, um den richtigen Bus nach Glebe zu finden, ein eher junges Viertel mit einem samstäglichen Markt, der sehr an Berlin erinnerte. Dort Treffen mit Frau Diller, einer ehemaligen Ärztin aus dem St. Joseph Krankenhaus, die jetzt in Melbourne arbeitet und ihrem australischen Freund Dave. Das war ein sehr netter Tag größtenteils am Manly Beach mit Spaziergang und Lunch.Kaum zurück gabs von meinem 29.Stock-Balkon noch ein tolles Feuerwerk zu bewundern – ich werde fürstlich verabschiedet….😀 Morgen gen Papeete…

Perth

Was für eine andere Welt!!! Normale Feuchte in der Luft, Schilder, ordentliches Anstehen bei der Passkontrolle, Regeln….ein Stück zu 🏡! Und ein sehr strenger Zoll!

Da meine Maschine Verspätung hatte, traf ich Bodo in oben erwähnter Schlange und es dauerte dann seine Zeit (mehr als 25 Zigaretten eingeführt 🙀) bis wir draußen waren. Dort warteten schon Anne und Zac, unsere australischen Freunde, die wir 2012 beim Segeln ⛵️ in Thailand kennengelernt hatten und die uns auch schon 2 Mal in Deutschland besucht hatten.Wir sind supernett empfangen worden und haben in ihrem Haus einen perfekten Abend genossen. Alle froh!

Unsere 6 vollen Tage hier kurz zusammengefasst:

Tag 1: leider doch noch den sogenannten „Bali Belly“eingefangen und den Tag höchstgradig schwächelnd erlebt – verflixtes letztes sehr indonesisches Restaurant. Trotzdem zum City Beach, außer mir alle ins Wasser…

Nachmittags auf das Boot von Anne und Zac, eine 34,5 ft Cathalina und ein kleiner Törn auf dem Swan River, der hier havelähnlich breit ist. Super Segeleigenschaften hat das Boot, habe direkt mal nach Schnäppchen in Deutschland gegoogelt, aber die einzige Cathalina 34 in Europa war bereits verkauft 😢.

Tag 2: Alles wieder gut! Morgens ein Walk durch den naturbelassenen Boldpark , der uns einen Eindruck vom Buschland vermittelte. Nachmittags nochmal segeln – diesmal konnte ich es genießen! Hier sind die Schwäne schwarz.

Tag 3: Annes Geburtstag 🎂 und Brunch mit Tochter, Schwager und 3 Enkeln. Nachmittags Ausflug nach Fremantle, einem hippen Ort mit Cafés, Märkten, Hafen und alten Gebäuden. Ein großartiges Maritimmuseum und viel über Einwanderungsgeschichte und den Americas Cup 1983 (Australien hat gewonnen) gelernt Geburtstagsdinner!

Tag 4: mit Bodo per Bus nach Perth Innenstadt und einen wunderbaren „Art Walk“ quer durch die Stadt gemacht. Neben vielen Skulpturen auch alles andere angesehen…sehr fein!

und….Pause….

Tag 5: Ausflug mit Anne und Zac in das Swantal. Galerie einheimischer Kunst, Brewery, Winery und Besuch eines großen Wildparks, da ich Australien 🇦🇺 auf keinen Fall ohne die Sichtung von Kängurus verlassen wollte 😃.

….da gucken Beine aus dem Beutel….😀

Koalas (sehr süß) gab es auch.

Tag 6: der letzte Tag in Perth, bevor es morgen nach Sydney weitergeht. Morgens ein ausgedehnter Spaziergang im Kings Park, ein mindestens 1000ha umfassender superschöner Stadtpark mit großartiger Vegetation..

Nachmittags Twighlight Sailing in Anne’s und Zacs Segelclub, Start 18.10. Wirklich ein feines Boot – bei 14 – 22 Knoten Wind segelte es sich super. Wir fanden es toll!

Vergessen zu erwähnen…

…dass ich 2 sehr nette Frauen in meiner Unterkunft Guci Guesthouses kennengelernt habe, die mit mir den Kochkurs besucht und geschlemmt…und am letzten Abend Mojito geschlürft haben….

…..dass am Strand 🏖 überall kleine gebastelte Boote 🚣‍♂️ auf der Ebbe/Flutgrenze stehen, die die bösen Meeresgeister – also auch Tsunamis – fernhalten sollen…

….und dass ich in der letzten Nacht auf Bali ein Erdbeben der Stärke 5,4 verschlafen habe. Es soll gewackelt haben.

Cangoo – letztes Ziel auf Bali…

…..und der erste Nicht-Volltreffer… Das vorab gebuchte Jari Bali Guesthouse war weder -wie angepriesen – ruhig noch nah an allen Stränden, zu Fuß zum nächsten eine Stunde, mit typischem Verirrer meinerseits (nie wieder ohne landeseigene SIM Card und folglich Google Map!) anderthalb. Verkehr ätzend, keine Bürgersteige, Abendessen angesengt und heute einen Sonnenbrand geholt.

Keinen Mut einen Scooter zu mieten, viele Taksis, wie sie hier heißen. Immerhin weiß ich so langsam, was den Taxifahrern zu erzählen ist: natürlich bin ich verheiratet, natürlich kommt mein Husband und und und…

Hier hat jedes geborene Kind 4 unsichtbare Brüder, die es beschützen: Plazenta, Nabelschnur, Fruchtwasser und Käseschmiere. Man glaubt, dass diese 4 Unsichtbaren an einem geheimen Ort auf das neue Baby aufpassen, besonders während der ersten 6 Monate, in denen der Säugling noch nicht die Erde berühren darf, weil er noch in einem Zwischenstadium zwischen Gott und Mensch ist. Mit 6 Monaten gibt es eine große Zeremonie und das Baby darf das erste Mal mit den Füßen den Boden berühren. Dann ist es in die menschliche Gesellschaft aufgenommen und darf zum Beispiel auch einen Tempel besuchen.

Bin dann heute immerhin einige Zeit am Strand entlang gelaufen und habe die zahlreichen Wellenreiter beobachtet. Hier surft jeder: feingliedrige Balinesen, muskelbepackte Touristen, beleibte Expats und alle anderen auch. Auch recht nett mal einen Strandtag zu verbringen…Gerade eine Zitrone 🍋 erworben, damit reibe ich mich gleich ein – gut gegen zu viel ☀️!

Morgen Australien!

Im übrigen: ELP ist beendet, bitte NICHT lesen !