Maastricht – ?

9.10.2025

Ich freue mich riesig, dass Birgit da ist und wir planen begeistert die kommende Woche. Wie weit wir wohl kommen werden? Plan ist es Frankreich zu erreichen und hinter Givet den ersten Wassertunnel zu durchqueren. Das findet Birgit sehr spannend, ich mag lieber Platz um mich herum und sehe der Tunnelfahrt nicht sehr fröhlich entgegen. Aber erstmal müssen wir ja ablegen :).

10.10.25

Das tun wir dann auch ganz gemütlich um 11.00, als die Sonne etwas scheint. Unser Ziel ist nicht weit, aber immerhin Belgien – ein Länderwechsel! 2 Schleusen weiter erreichen wir nach 3 Stunden Liège – die Stadt wollten wir unbedingt auch zu Fuß erkunden. Nach dem Anlegen in einem recht engen Hafen (wie soll ich hier bloß wieder heraus kommen?) bummeln wir los und landen als erstes auf einer Kirmes (rheinisches Wort für: Rummel, Volksfest),

fahren eine Runde Riesenrad und bummeln durch die wirklich sehenswerte Altstadt, bewundern belgische Leckereien und trinken ein Bier in der Gotic Bar…

danach gehts zurück zu Mawi, die im Dunkeln eigentlich recht idyllisch da liegt :)!Treffen sogar noch 2 Herren, die auch zum Mittelmeer wollen…allerdings gehen sie in Richtung der Bars, als wir zurückkommen…

11.10.2025

Nach einigen Überlegungen Huy zum nächsten Ziel erkoren. Das ist nicht so weit und soll sehr nett sein. Die Alternative Namur ist weit – da hätten wir für Besichtigungen keine Zeit mehr und hätten dann weder Huy noch Namur angeschaut. Also am frühen Morgen Zeit für ein paar Kontrollen: Öl und Kühlwasser, Seewasserfilter. ..Letzteren gereinigt, aus dem im Filter stehenden Wasser auch noch einiges abgeschöpft wegen darin schwimmender Dreckpartikel. Recht zufrieden mit uns dann los und perfektes Drehmanöver in dem engen Hafen…noch zufriedener. Dieser Zustand hielt dann leider nicht lange an…weißer Dampf aus dem Auspuff, kaum Wasser aus dem Kühlkreislauf hinten sichtbar austretend, Motordeckel aufgemacht: kaum Wasser im Seewasserfilter, der kleine verbliebene Rest sieht aus, als ob es kocht. Und das bei einem neuen Motor!!!! Wir drosseln, fahren ganz!!!!! langsam und suchen eine Stelle zum Anlegen. Gar nicht so einfach! Der erste Versuch scheitert an gerade noch gesehenen Steinen auf dem Grund, etwas später machen wir an einer nicht sehr attraktiven Kanalbetonwand fest. Motor aus und warten – also erstmal Kaffee. Sah bestimmt aus, als machten wir an der Wand ein kleines Kaffeepäuschen, aber der Motor musste ja erstmal abkühlen und ein paar Kekse sind ja gut für die Nerven. Micha Weber (Segelschule) in Berlin eine Nachricht geschrieben (er meinte später, dass ich ihn in solch einer Situation auch immer anrufen könnte, danke!), die er nicht hörte, weil er segeln war… Also Mrs. Google und KI befragt, mein Skipperringbuch zur Hand genommen und als erstes mehr Wasser in den Seefilter geschüttet. Erstaunlich – es sank immer sofort. Nach etwa 20 Gläsern kam mir das laienhaft komisch vor (eigentlich habe ich von Motoren leider viel zu wenig Ahnung und den Inhalt eines vor Jahren gemachten Motorreparaturkurses hat mein Gehirn schon damals sehr schnell gelöscht), Ventil geschlossen, Wasser bis oben, Deckel drauf, Ventil wieder auf….optisch ein gelungenes Manöver!

dann noch Motoröl nachgefüllt – wenn schon, denn schon… Und wieder los, wir sind sehr (an)gespannt! Tatsächlich, alles geht wieder, nur unsere Huy Besichtigungspläne sind auf der Strecke geblieben und wir müssen uns stattdessen beeilen nicht vor Einbruch der Dunkelheit in Huy anzukommen. Auch das schaffen wir und legen sehr idyllisch mit Blick auf ein Atomkraftwerk an.

Wir sind nach den vielen Schaffensperioden sehr geschafft und machen nichts mehr. Statt den Herd anzuschmeißen gibt es Nüsse und Salzbrezeln…

12.1025

Pause!!! Dusche, Spaziergang nach Huy, Besichtigung der Cathédrale de Notre Dame de Huy incl. gerade stattfindendem Gottesdienst – sehr beeindruckend!

Per Gondel auf den Mont Asand:

und zu Fuß zurück zum Boot. Sonne!

Dort Diesel aufgefüllt und mit leeren Kanistern zur Tankstelle – viel zu weit! Ein supernetter Taxifahrer fährt uns hin, hilft beim Füllen und fährt uns dann wieder zurück! Perfekt , und alles für 15 Euro – das war das Nichttragen der Kanister wirklich wert!! Wäsche in der endlich frei gewordenen Marinawaschmaschine gewaschen und abends im noch geöffneten Hafenrestaurant köstlichste belgische Küche genossen und das zu einem erstaunlich erschwinglichen Preis :). Mh!

13.10.2025

9.00 Leinen umgelegt, wir haben wenig Platz zum Ablegen so eng zwischen 2 Booten. „Eingedampft in die Vorspring“ – vorher nochmal nachgelesen, wie das geht – alles bestens. Entspannt heute durch die herbstliche Natur – Farben leuchtend à la Indian Summer. Wunderschön! 1. Schleuse mit direkt grünem Einfahrtslicht – auch wunderbar! 2. Schleuse mit Wartezeit , dann endlich auch grün. Birgit hantiert mit den Fendern, ich steuere, höre per Funk:“Maintenant non“…(jetzt nicht), schaue mich um und ein riesiges Frachtschiff rast auf den Schleuseneingang zu – unser Kurs. Ich schreie „Birgit“, aber sie hört es erstmal nicht. Ich schreie nochmal und habe das Ruder schon wieder Richtung Anlegewand gelegt. „Wir legen da nochmal an!“ – Birgit ändert alle Fender ein 2.Mal, der Frachter fährt recht knapp an uns vorbei, aber eben vorbei!!! Wir warten noch eine Schleusung ab , müssen uns von dem Schreck erstmal erholen. Wahrscheinlich reichte mein Schulfranzösich nicht, um die Schleusenwärterin korrekt zu verstehen,. Beim nächsten Mal kommuniziert ein Mann auf englisch mit uns – den hat sie nach auch ihrem Schreck bestimmt gebeten, einzuspringen. Klappt dann auch gut!

In Namur Stadt gibt es die Marina Port les Jambes mit Anlegestegen quer zur Meuse. Leider recht windig und erster Versuch verweht. Am Ufer steht ein Mann mit einer Katze auf der Schulter und ca. 101 Piercings – sieht nicht so aus, als ob wir ihn um Hilfe bitten könnten. Aber: man/frau sollten eben nicht nach dem Äußeren gehen. Auch ohne zu fragen hilft er supernett, stellt sich dann als „The Man with the Cat“ vor – Hafenmeister einer Marina ein Stück flussaufwärts hinter der nächsten Schleuse. Er zeigt uns die Sanitäranlagen (mit Abstand die ekligsten und versifftesten dieser Reise, brrrr) und meint, dass er uns am nächsten Morgen auf unserer Weiterfahrt zuwinken würde. Einkaufen, kochen, schreiben, früh zu Bett, denn morgen ist ein langer Tag geplant.

14.10.2015

7.00 Aufstehen, denn wir wollen heute die französische Gastflagge hissen können. Ein wunderschöner Tag mit Fahrt durch die herbstlichen Ardennen, vorbei an schicken alten Villen und kleinen Dörfern – Ziel ist Givet, falls es mit den Schleusen (9 an der Zahl) gut klappt.

Wir fahren eine Schleuse nach der anderen – alle sind sofort passierbar und wir finden es großartig! Statt wie geplant gegen 18.00 anzukommen, wird es der Nachmittag werden. Wir sind begeistert – noch!

Nach der 8. Schleuse kommt im Oberwasser der Schleusenwärter zu uns und fragt, wo wir hinwollen. Wir sagen „Marseille“. Daraufhin meint er, dass am Vortag die weiterführenden Kanäle alle geschlossen worden wären und wir nicht weiterkämen. SCHOCK! Es kommt mir vor, als habe ich einen Hammer auf den Kopf bekommen – die Strecke habe ich ewig vorbereitet und zuletzt in Maastricht nach Sperrungen geschaut, da waren in der französischen VNF Navigations App KEINE!!! Der Schleusenwärter meint, dass auch er von den Schließungen erst seit einem Tag wisse. Wahrscheinlich auch nur deshalb, weil er ein Boot besitze, die Kommunikation zwischen Belgien und Frankreich sei schlecht🤮 😢- nützt mir leider so gar nichts! Ich bin erstmal wie betäubt…und leer und enttäuscht und traurig und wütend und planlos🤷🏻‍♀️… Frankreich Sackgasse! 😢😢😢

2 Kommentare zu „Maastricht – ?

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