Ubud

Um es vorwegzunehmen : ja, ich lese ELP…. Was das ist? Die Abkürzung für „Eat, Pray Love“, ein Bestseller, der mit Julia Roberts verfilmt wurde. Der Film war mittel , das Buch ist noch mittlerer… Aber ich bin ja auch erst bei „Eat“, das spielt in Italien. „Pray“ dann in Indien und bis ich zu “ Love ❤️ “ in Ubud komme, bin ich wahrscheinlich schon wieder weiter. Aber da das Buch zu einer deutlichen Zunahme der hiesigen Touristenströme gesorgt hat, fand ich die Lektüre ein „Must have!“ Soweit dazu!

Nachdem ich ja am ersten Abend ertrunken wäre, wenn ich ein Fuß vor die Tür gesetzt hätte, bin ich also am nächsten Morgen los, um Ubud zu erkunden. Und trotz Touristen, Abzockerläden und „Taxi Taxi“ Zurufen gefiel mir den Ort auf Anhieb. Er gilt als das spirituelle Zentrum Balis und das ist sofort spürbar. Überall kleine und große Tempel, eine ganz eigene Stimmung mit vielen heiligen Plätzen. Unweit von mir der Holy Monkey Forest und das bekannteste Yoga Zentrum: das Yoga Barn (übersetzt: die Yogascheune). Mutig für eine Anfägerstunde 3 Stunden später angemeldet und als ich rauskam war ich direkt in einer Beerdigungszeremonie, da nach balinesischem Kalender der Tag hierfür günstig war. Schnell einen Sarong erstanden und mitgelaufen. Hier sind alle fröhlich und feiern, da die Verbrennung eine Freiheit der Seele bedeutet und …die Wiederkehr.

dann tatsächlich zu Yoga, 1,5 Stunden zum Glück 🍀 festgestellt, dass ich nicht die einzige bin, die Mühen hat…und danach? Es ging mir überraschend gut – also vielleicht ein 2. Versuch?

Noch ewig durch kleine Sträßchen gelaufen, Läden und Cafés bewundert, köstlichen Mahi Mahi mit Kokos genossen und früh in meiner Luxusunterkunft gen Bett, denn…

am nächsten Morgen hatte ich einen Fahrer für einen Tagesausflug engagiert. Als erstes Barong Tanz, der gute Barong…

kämpft gegen die bösen Mächte! Sehr touristisch, trotzdem gut und kulturell verwurzelt.

Anschließend zu angeblichen Werkstätten für Batik, Silberschmiede und Holzschnitzereien – reine Abzocke! Sogar der Sarong, den ich auf der Straße gekauft hatte, war hier um etliches teurer und Touristenmassen schoben sich durch die Shops. So hatte ich mir meinen Ausflug nicht vorgestellt.

Weiter im Programm: der Temganan Wasserfall, Reisfelder (mit Schaukeln für Touris) und der sehr alte Gunung Kawi Tempel. Dank an den Regengott, denn dank seines Eingreifens hatte ich letzteren fast für mich allein.

Fazit: viel gesehen, mit Roller hätte ich das nicht gefunden, aber jetzt erstmal mich auf eigene Faust treiben lassen ….

Abends: zum hochberühmten “ Ecstasy Dancing“ im Yoga Barn und trotz Warteliste noch eine Karte ergattert. Wie der Name es vermuten lässt: schweißgebadet rausgekommen! War altersangemessen angezogen, die anderen auch….😀🙀

Der nächste Tag: Umzugstag, aber immer noch Ubud! Verlassen meiner schicken, aber doch sehr westlichen Behausung und zu Guci Guest House. Balinesische Bungalows , ein Bad im Freien und : “ By by Air Conditioning“. Dafür ein dschungelartiger Garten, überall hinduistische Steinfiguren und nette Gastgeber, ein deutsch – balinesisches Paar. Völlig anders und jetzt genau passend zu meiner Stimmung.

Und immer noch Ubud: mein Versuch den Holy Monkey 🐒 Forest zu besuchen scheiterte kläglich. Zwar kaufte ich eine Eintrittskarte, aber beim ersten Versuch schaffte ich maximal 30m in den Park, danach fiel mir eigentlich nur das Lied :“ Die Affen rasen durch den Wald …“ und dank all der eher gefletscht gezeigten Zähne auch noch:“…der eine macht den anderen kalt…“ ein. Also, so dachte ich, am besten an eine Touristengruppe halten und mit denen mitlaufen.

Dieser Plan ging etwa 100m auf, nämlich bis zur ersten Ecke! Dann kroch ein Affe unter meinen Rock (weiß nicht, ob auch noch männlich), ein anderer zupfte an demselben und ich hatte die Nase gestrichen voll! Bloß noch weg!

Yoga sollte für mich auch nicht mehr sein, denn anstelle der üblichen Kurse gibts sonntags free classes, aber die waren vorbei. Mich den Nachmittag mit 💆 und “ Facial“ getröstet, nach letzterer Behandlung hätten Allergologen Freude an mir gehabt, ich nicht so….

Bevor es morgen weitergeht, heute noch ein Kochkurs: lokaler Markt,

Besuch einer Kaffeeplantage, um Luwak Kaffee zu bestaunen (Luwaks essen die Kaffeebohnen und scheiden sie ganz wieder aus, daraus wird dann ein besonders geschmackvoller und verträglicher Kaffee hergestellt).

Luwaksch….

dann kochen…so vollgefuttert war ich hier mittags noch nie!

Morgen gehts weiter, aber es kann gut sein, dass mich Ubud nochmal sieht….vielleicht tatsächlich für 🧘‍♀️…. ?

Padang Bay und Gili Meno

Am Montag, den 5.11. ( man beachte: noch weiß ich das Datum!) ging’s dann weiter…Abschied von Hans, der mir noch die Geschichte der Adoption seiner Kinder erzählte 😢: er fand sie vor 10 Jahre blutüberströmt am Straßenrand, die Mutter wollte sie nicht und unterschrieb vor Polizisten, dass sie die beiden und noch ein Baby an Hans abträte. Seitdem wohnen sie bei ihm. Er hat daraufhin einen Fond gegründet und finanziert Mädchen die Schulbildung. Ich war sehr beeindruckt!

Dann ging’s nach Tenganam, einem historischen Dorf aus dem 11. Jahrhundert , recht nett, aber überall sollte ich was kaufen und die Laune sank, wenn ich ablehnte….

Dann Padang Bay! Meine im Netz für 16 Euro die Nacht gebuchte Unterkunft entpuppte sich als ein Juwel: ein altes balinesisches Haus in einer Tempelanlage, meine Zimmertür voller Holzschnitzereien, ein toller Ausblick und eine bequeme Matratze incl. Mückennetz.

Ausblick von der Terasse

Spaziergang zum Blue Lagoon Beach, erste balinesische Massage, Hafenatmosphäre…Abends eine echte Herausforderung für mich allein essen zu gehen, überall streunende Hunde, so dass ich nur im Zickzack vorwärt kam. Zwar Tollwut geimpft, aber … zuletzt schweißgebadet im Restaurant gleich neben meiner Bleibe gelandet und glücklich auch in letzterer wieder angekommen.

Am nächsten Tag zum Boot, hatte mich nach einiger Entschlusslosigkeit für die kleinste und ruhigste der Gili Islands entschieden: Gili Meno 🌴. Gegen 11 Uhr ausgebootet, da das Schiff nicht durch den Korallengürtel kommt und direkt:

Tolle Wolken, Blick auf Lombok und den Rinjani, aber auch ein drohendes Gewitter…Just vor diesem erreichte ich eine der wenigen erhaltenen Unterkünfte, Anas Bungalows, und bezog einen solchen. Nettes Holzhaus, nette Leute, viele Mücken, lustig gekieseltes Bad…

Nach dem tatsächlich recht heftigen Gewitter eine Runde um die Insel, die ca. 1,5 Stunden dauert. Traurig, ich fühlte mich an Haiti erinnert….ganz viel kaputt, fast alles zu, nur die wenigen Steinbauten und als einziges Holzgebäude meine Bungalowunterkunft hat das Erdbeben verschont. Aber alle Menschen bauen mit einem Lächeln und einem Lied auf den Lippen alles wieder auf. Unglaublich, wie fröhlich diese Menschen sind! Das hilft ein wenig gegen mein schlechtes Gewissen, überhaupt hierhin gefahren zu sein.

Der anschließende Versuch zum Riff zu schnorcheln scheiterte mangels Badeschuhen…zu weit draußen. 🐠🐟🐠

Nach perfekter Nacht in meinem von Tüll umhüllten Prinzessinnenbett früh aufgestanden und mit Flip Flops bis zum Riff…tropische Fische, tatsächlich noch lebende Korallen, habe ich ewig nicht gesehen und war begeistert! Nicht super sich mit Flip Flops als Handflossen vorwärts zu bewegen, aber ging .

Festtag auf Gili Meno, schon die Angestellten hatten den ganzen Morgen Spaß , Touristen (sehr wenige!) waren zum Einheimischenfrühstück eingeladen.

Schmeckte so lala, beim grünen Ei war ich dann plötzlich eiallergisch.

Auf der anderen Seite der Insel sollten von allen Gilis und von Lombok Menschen kommen um zu feiern, deshalb wollte ich vor meiner Abfahrt noch schnell mal gucken…. Ich glaube außer mir hat sich noch nie jemand auf Gili Meno verlaufen, aber ich habe es geschafft! Ewig durchs Innere der Insel geirrt, ein Blick auf das Fest und schon musste ich im Stechschritt – bei ca. 35 Grad und gefühlt 99,9% Luftfeuchtigkeit – zurück um noch Gepäck zu schnappen und das Boot zu bekommen. Gerade eben….

einheimisches Fischerboot

Nach ca. 2 l Wasser Besserung und Erholung auf dem Schnellboot, welches mich zurück nach Padang Bay brachte. Die Gilis sind eine Reise wert….und ich könnte mir trotz allem gut vorstellen, wie es dort ist, wenn alles wieder aufgebaut ist.

In Padang Bay direkt in einen Shuttle Bus und nach Ubud. Mein dortiges Nachtquartier etwas schicker, insbesondere meine Haare erfreuten sich des Shampoos und des warmen Wassers.

Dann: Regen!!! Und dafür Eimer, Bindfäden und „cats and dogs“ alle in einem zu nennen wäre wahrhaftig untertrieben!

Gebräuche

Lese gerade“ Liebe und Tod auf Bali“ von Vicky Baum. Sie beschreibt ein Bali Anfang des 20. Jahrhunderts mit all seinen Riten, Regeln und dem hinduistischen Glauben der Reinkarnation. Spannend!

Und ich wollte immer noch den Pura Lempuyang sehen, dnsten Tempel Ostbalis….aber ohne Roller. Hans hat mir dann einen Driver und Guide organisiert und das war richtig gut! Der Tempel liegt auf einem Berg, es gibt einen unteren , einen mittleren und einen oberen Teil. Zu letzterem muss man 1.700 Stufen hochgehen, dauert 2 Stunden und habe ich gelassen. Am beeindruckendsten war es, mich mit Kalo zu unterhalten, denn – so wie es mir schien – hat sich trotz der vielen Touristen auf der Insel – wenig geändert:

immer noch hat jede Familie einen Hausaltar auf den frische Speisen gelegt werden, um die Götter versöhnlich zu stimmen. Wenn man ein Haus baut oder ein Feld bestellt , tut man dies an den dafür günstigen Tagen, die einem der balinesische Kalender vorgibt (410 Tage hat ein Jahr), das Haus hat am besten 5 Räume, drei für die Götter ( Brahma, Vishnu, Shiva) und 2 für Mann und Frau. Jeder Mensch heiratet, einer der Söhne bleibt auf jeden Fall im Haus der Eltern wohnen und die Schwiegertochter zieht dort ein, um die alten Eltern zu betreuen und zu pflegen. In der Regel ist dies der jüngste Sohn…

Stirbt jemand wird eine sehr teure Verbrennung organisiert, gibt es dafür kein Geld wird der Leichnam begraben, bis das Geld da ist – dann werden die Knochen verbrannt. Erst wenn die Asche in Meer oder Fluss gestreut wurde ist die Seele frei und der Mensch kann in seine Familie wiedergeboren  werden.

Auch gibt es noch die alten Tänze, die Dämonen vertreiben, Fruchtbarkeit herbeiführen und vieles mehr. Da alles geregelt ist, kennt jeder Mensch seinen Platz (verzichte hier mal auf die Nennung jeweils beider Geschlechter….mache ich ja eigentlich selten, ist aber hier auf dem IPad sehr umständlich).

Eine Wiedergeburt dauert so oft sehr lange und nur manchmal können die Ältesten jemanden wiedererkennen .

Es gibt noch den Balinar, den balinesischen magischen Heilkünstler und die Menschen gehen genauso oft dorthin, wie zu den Schulmedizinern, oder zu beiden

Morgen fahre ich weiter nach Padang Bai und hoffe auf Intuitionen, wie ich Bilder laden kann.

Das erste Abendteuer

Also endlich wieder reich, da konnte   ich ja dann getrost mit dem Roller einen Ausflug machen….”Die alte Küstenstraße entlang nach Amed an die Nordostküste “ ich mir …. “Pause und dann auf einer größeren Straße durch Inland incl. Tempelbesichtigung zurück…” Wurde anders….

Nach Start durch wunderbare Landschaft, kaum Leute unterwegs – sozusagen das Meer, der Roller, die Freiheit und ich – hörte die Straße plötzlich auf und es gab einen Geröllweg. Keine Schilder, Handy mit deutscher SIM , nur eine Karte, die aber die Stelle gar nicht anzeigte. Die einzige Person, die dort vorbeituckerte gefragt, diese verwies mich auf einen Weg nach links: noch mehr Geröll, Schlaglöcher,schmaler Weg durchs totale Hinterland. Als ich gerade beschloss waghalsig zu drehen und mich bergab zu quälen, kam ein kleiner Hof und eine Frau meinte ich sei richtig… Also weiter über Stock und Stein durch üppigste Vegetation ohne Bewohner. Als Balinesin hätte ich mir bestimmt Knoblauch ins Ohr und rote Zwiebel ins Gepäck gesteckt, um die bösen Dämonen abzuhalten! Aber auch so kam ich nach endlosen Wirren irgendwann auf einer einer Straße ähnlichen Piste an, was aber nicht hieß, dass ich jetzt den Weg wusste…Menschen, die man hier fragt, sagen mal die eine oder andere Richtung, es ist hier unhöflich, keine Antwort zu geben… falsch ist besser als gar nicht.

Irgendwann war ich dann doch in Amed , trank Kaffee und aß Gemüsesuppe. Den Rückweg habe ich im übrigen auch nur kurvenreich und dank Kompass gefunden, alles in allem 6 Stunden Roller 🏍 ,  Muskelkater in den Armen, erweckte Abenteuerlust und gut zurück.

 

Die nächsten Tage

Wie schon gedacht- ich muss mich noch an den Blog gewöhnen und habe noch keine Idee, wie ich Bilder hochladen kann- bis auf ein jeweiliges Beitragsbild….aber ich werde es noch lernen!

Ausgeschlafen und munter am nächsten Tag – wider aller Vorsätze 🙀 – einen Roller ausgeliehen, aber wie soll man sich denn im OFF ansonsten bewegen? Klappte besser als erwartet und rein nach Amlapura, der nächsten Stadt, Brauchte dringend Geld, denn man kann hier nur 1.200.000 Rp. auf einmal abheben und das sind etwa 75 Euro. 1,5 Stunden und 4 ATMs weiter war ich zwar durstig und verschwitzt, aber weiterhin arm. “Contact your bank “ war alles, was die Maschinen mir zu sagen hatten….

Noch einen Wasserpalast besichtigt und zurück zu meinem ruhigen Off- Bungalow ( einziges Bild des letzten Beitrags), welche ich inzwischen als Startlocation großartig finde. Mail an meine Bank, aber alle Karten prima. Mh…🤷‍♀️

Am nächsten Morgen machte sich dann Hans, der Holländer dem die Bungalows gehören, mit mir auf…Diesmal nur ein ATM , supermodern, und : Geld ausspuckend, juchz!