Siem Reap

…das erste Mal in Kambodscha. Ganz anders ist es hier und ich merke, dass ich eigentlich fast nichts weiß.

Es ist das Land der Khmer, eine eigene Volksgruppe, die seit dem 2. Jahrhundert hier lebt und mehr als 90% der Bevölkerung ausmacht ( Bevölkerung: 16 Millionen). Woher sie kamen, weiß man nicht. Es gibt eine eigene Sprache, Khmer, die zu den austroasiatischen Sprachen gehört und ein eigenes Khmeralphabet hat.

Zwischen 1975 und 1979 waren die Khmer Rouge an der Macht, ca. 2 Millionen Kambodschaner – insbesondere Menschen mit Bildung – wurden auf grausamste Weise umgebracht, denn man propagierte den reinen Agrarstaat. Immer noch zeugen viele Landminenopfer von dieser Zeit. Ich lese :“ Der weite Weg der Hoffnung“ von Loung Ung, ein Zeitzeugnis, später verfilmt. Die Autorin ist Mitbegründerin und Sprecherin einer großen Organisation gegen Landminen weltweit. Außerdem gibt es für Betroffene verschiedene Weiterbildungen, überall treffe ich auf Musikgruppen deren Musiker ganz offensichtlich als Kinder einer Mine zum Opfer fielen.

Auch heute noch leben mehr als 70% der Einwohner vom Reisanbau, Reis ist Kambodschas größtes Exportgut und wird hier „das weiße Gold“ genannt wird.

Wie freundlich werde ich trotz meiner sehr verspäteten und lange an der Immigration stehenden Ankunft empfangen! Obwohl Siem Reap ( „Siem“ von Siam= Thailand, „Reap“ = Sieg, also Sieg über Thailand im 17. Jahrhundert) die drittgrößte Stadt ist, gibt es deutlich weniger Verkehr, viele Tuk Tuks. Habe mir ein feines letztes 🏨 gegönnt und will eigentlich neben meinen Besichtigungen am Pool herumlungern. Mache ich aber natürlich erstmal nicht…

Fahre begeistert am nächsten Morgen per Tuk Tuk (ewig her, dass ich in einem saß) zum Old Market und schlendere durch die Gassen.

Nachmittags habe ich eine Rivertour gebucht und bekomme zunächst eine Stadtrundfahrt umsonst, da ich die erste bin, die abgeholt wird 😀. Dann denke ich erstmal: ich habe mich verbucht! Denn statt auf den Fluss geht es 40 Minuten Matschstrassen entlang zu einem schlammigen Rinnsal, wo dann das Boot bereit steht. Mir wird versichert, dass dies an der Trockenzeit liegt….und wirklich: wenig später erreichen wir Stelzenhäuser auf bestimmt 3 Meter hohen Stelzen. Wir laufen durch staubige Gassen und bewundern den Pfahlbau.

Für ein Schulprojekt kaufe ich Stifte und Hefte und komme mit der Lehrerin ins Gespräch, sie berichtet, dass die Kinder in der Regenzeit per Boot kommen, überall, wo wir gerade entlang laufen ist dann Wasser. Mehr als 80% der Kinder gehen in die Schule, ein großer Erfolg innerhalb von so kurzen 40 Jahren.

Besuchen noch einen Mangrovenwald in kleinen Ruderbooten und

genießen einen Sonnenuntergang auf dem Tonle Lake, einem der größten Seen Südostasiens, laut Wikipedia eines der fischreichsten Binnengewässer der Erde.

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